Lesermeinung

Zum Thema: „Elf Millionen für das Klosterdach“ vom 10. Januar:

Man sollte es nicht verkommen lassen. Das Kloster Neresheim ist Aushängeschild und Leuchtturm des Härtsfelds. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war auch das landwirtschaftliche Klostergut samt Landwirtschaftsschule weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt und geschätzt.

Dieser Glanz vergangener Jahre ist verblichen. Auch, weil die Klosterregenten der Landwirtschaft den Rücken gekehrt haben und jahrzehntelang nichts mehr investiert haben. Schlussendlich wurde der Betrieb verpachtet.

Nun stehen größere Reparaturen an. Nicht, wie in der Überschrift vom Freitag stand, fürs Klosterdach, sondern für die Ökonomiegebäude. Es sind die Dächer der landwirtschaftlichen Gebäude, die schätzungsweise leer stehen oder ein paar Tieren und Maschinen Unterschlupf bieten. Allesamt wahrscheinlich hunderte Jahre alt und in keiner Weise geeignet für eine heutige wirtschaftliche bäuerliche Unternehmung.

Wenn das Dach schon elf Millionen Euro kostet, was kostet es dann, die Bausubstanz darunter zu richten? Ökonomie hat mit Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit zu tun. Da diese im Kloster schon lange leidet, folgender Vorschlag an den Chef Pater Albert: Schauen Sie, dass diese Teile des Klosters aus dem Denkmalschutz rauskommen, reißen Sie diese ab und bauen für die Hälfte der zwielichtigen Klostermillionen für Ihren Pächter Gebäude, die ins Ensemble passen und sich in der heutigen Zeit wirtschaftlich betreiben lassen.

Die anderen zwei Millionen sollten für den Lebensabend einer Handvoll genügsamer Patres reichen. Es ist heutzutage nicht mehr vermittelbar, dass die Kirche Millionen hortet und die Allgemeinheit ihre Wirtschaftsgebäude richten soll.

Übrigens: Wenn man Eigentümer von 200 Hektar Land ist, bekommt man auch äußerst günstig Kredit. Den müssen Normalsterbliche auch manchmal aufnehmen.

© Schwäbische Post 14.01.2020 18:14
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Kommentare

ricnagen

"Leuchtturm Härtsfeld ?" .......als Aushängeschild des Härtsfelds wohl in aller Welt bekannt, aber als "Leuchtturm" den vielen Besuchern und Touristen und gar Einheimischen? Als solchiger würde es die Neresheimer sicher freuen, mal gelegentlich die erleuchtete Pracht des Klostergemäuers an einem Sommerabend zu genießen, jedoch soll Gerüchten nach lediglich die Hauptorgel darinnen am allgemeinen Stromnetz angeschlossen sein...ist halt schon ein Jammer...