Lesermeinung

Zum Thema Verkehrsplanung in Ebnat und Unterkochen:

Eine Lösung zu Lebzeiten?! Die Sorgen in Unterkochen können besonders die Ebnater verstehen, die ebenso betroffen sind von der Verkehrslawine, die tagtäglich die Ebnater Steige rauf und runter rollt und die anwohnenden Menschen aufs höchste Maß leiden lässt. Deshalb ist es allerhöchste Zeit, daran etwas zu ändern!

Unsere Ortschaften Unterkochen und Ebnat sind aufs Übelste betrogen worden, als der Autobahnanschluss A7 Oberkochen/Aalen (bereits im 20. Jahrhundert!) ohne Zubringertrasse geöffnet wurde. Das hätte nicht passieren dürfen, doch wir können das Rad leider nicht zurück drehen. Inzwischen wurden Landschaftsgebiete im Umland von Unterkochen und Ebnat zu schutzwürdigen Gebieten (FFH-Gebiete) erklärt, was somit den Bau einer neuen Aufstiegstrasse zur Autobahn (wie z. B. die Variante 6f) durch diese Gebiete nahezu unmöglich macht.

Die Stimmen, die nun aus Unterkochen laut werden, können keine direkten Anlieger der Aufstiegstrasse sein, sonst wüssten sie, dass schnellstens das maximal Mögliche umgesetzt werden muss. Die Menschen, die an der Straße nicht nur wohnen, sondern (jetzt!) leben, brauchen dringlichst Entlastung vom Verkehr.

Wir Ebnater haben schon mehrfach signalisiert, dass wir die Unterkochener bei ihrem Kampf um eine Verkehrsentlastung für die Bürger gerne unterstützen. Von Unterkochen kam leider noch überhaupt kein Signal, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht, wobei mit dem Bau der Nordumfahrung Ebnat doch endlich ein Startsignal für eine Gesamtlösung gesetzt wird.

Mit unserer Hoffnung und Warterei auf Entlastung seit über 40 Jahren sind wir inzwischen im 21. Jahrhundert angelangt. Neue Ideen mit alten Zöpfen sind schön und gut, bedeuten aber unter den jetzigen Gegebenheiten ein Hinausschieben der Entlastung bis ins 22. Jahrhundert! So nah an einer Lösung wie jetzt waren wir noch nie. Für was wollen wir kämpfen? Ums Prinzip oder für die Menschen?

© Schwäbische Post 21.01.2020 17:32
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Kommentare

In my humble opinion

Ich fahre nicht oft über die L 1084 zur BAB-AS 115 Aalen/Oberkochen, aber jedes Mal, wenn ich aus dem Wald den Blick auf Ebnat, den im Halbkreis um Ebnat herum führenden Feldweg und ganz 'hinten' die Abzweigung L 1074/ L 1084 habe und ich dann durch Ebnat hindurch fahren muss, packt mich eine Art Verzweiflung über unsere unentschlossene Politik und die entschlossene Gewohnheit, Ungezieferschutz über Menschenschutz zu stellen.

Am Beispiel Lorch und 'Muckenseetrasse' wurde das auch mehr als 20 Jahre durchexerziert, inklusive Bau und Abriss einer Brücke für die B 297 über die B29.

Gleiches gilt für Unterkochen.

Sicher ziehen 'neue' Straßen mehr Verkehr an, aber wir leben zum guten Teil vom Austausch von Waren und damit vom Verkehr, strikte Autarkie gab es nicht mal in der Steinzeit und online-virtuell kommt auch kein Lebensmittel oder Handelsgut in unsere Geschäfte. Und durch Nicht-Bau von Umfahrungen können wir gar nicht so viele Insekten und Gewürm retten, wie wir bei anderen Gelegenheiten zu unserer Bequemlichkeit eben mal so 'von der Kante schubsen'.