Lesermeinung

Zu den SchwäPo-Artikeln „Wie der Tunnel aussehen kann“ vom 7.2. und zu „Auch Experten auf der Roten Liste“ vom 28.1.

Mit Verwunderung müssen die Unterkochener Bürger registrieren, dass das Thema „Grüßgottweg“ als Radweg keineswegs als abgelehnt erledigt ist, sondern sogar teure (...) Planungen zur Tunnelöffnung durchgespielt werden, obwohl große Teile der Bevölkerung (Bündnis pro Wandertrasse) sich gegen eine Nutzung als ausgewiesenen Radweg ausgesprochen hatten. Spätestens seit Veröffentlichung der Zahlen zum dramatischen Rückgang der Insekten um 75 Prozent in den vergangenen 30 Jahren ist das Thema Artenschutz in aller Munde (...).

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass gerade der strukturreiche Naturbereich um die Schättere zu den artenreichsten im Raum Aalen gehört. Dies kann ich als ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter zur Erfassung der Flora Baden-Württembergs belegen. So kommen hier zum Beispiel an den Kalkfelsmauern ausgesprochene Raritäten wie Milz- und Lanzenfarn vor. Gerade diese Vorkommen wären durch Baumaßnahmen im Bereich der Trasse (...) extrem gefährdet. Die Aalener können stolz sein, einen „Hotspot“ der Artenvielfalt dort zu besitzen (...).

Auch die Kenner von Arten werden weniger. Wo aber kann Artenkenntnis besser in freier Natur gelernt werden, als auf einem Wanderweg inmitten noch relativ artenreicher Natur? (...) Auf der Schättere ist Gelegenheit dazu, dass Eltern ihren Kindern (...) Schmetterlinge und die Natur zeigen und erklären können (...). Letztlich kann nur geschützt werden, was man kennt. Deshalb sollte es für jeden heißen, der Natur und ihre Vielfalt als wertvolles und schützenswertes Allgemeingut begriffen hat: Wir dürfen nicht zulassen, dass dies Stück Natur samt auch seinen krabbelnden und kriechenden kleinen Formen, von Laufkäfer bis Schmetterlingsraupe, buchstäblich unter die (Fahr-) Räder kommt. Deshalb: (...) Hände weg von der Schättere!

© Schwäbische Post 18.02.2020 22:00
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Saitenschuft

...dass dies Stück Natur samt auch seinen krabbelnden und kriechenden kleinen Formen, von Laufkäfer bis Schmetterlingsraupe, buchstäblich unter die (Fahr-) Räder kommt. Deshalb: (...) Hände weg von der Schättere!

Na dann hoffe ich nur mal, die die kleinen kriechenden Formen nicht und die Wanderstiefel geraten!

Naja, wäre ja auch wirklich schlimm für die Wanderer, Flächen teilen zu müssen, nicht in der Wegesmitte zu zweit, zu dritt oder mehreren laufen zu dürfen, Platz zu machen für andere Naturliebhaber (halt auf Rädern).
Probate Mittel dagegen kennt man ja aus den Medien: Nagelfallen, gespannte Drahtseile oder auch ein gezielter Faushieb und es herrscht wieder Ruhe auf dem Wanderweg. Nein, will ich jetzt niemandem unterstellen, nur kommt vor. 

Das Betretungsrecht gemäß § 59 Absatz 1 BNatSchG: Das Fahren mit Fahrrädern oder Pedelecs (Fahrräder mit elektrischer Motorunterstützung) ohne oder mit Anhänger sowie Krankenfahrstühlen mit oder ohne Motorantrieb ist auf hierfür geeigneten Wegen erlaubt. Auf Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen.

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