Kommentar Carsten Muth über Zeichen gegen Rechts

Rot für Rassismus

  • Carsten Muth. Foto: Volkmar Könneke
Marco Reus ist ein feiner Fußballer. Und offenbar auch ein feiner Kerl, mit dem Herz am richtigen Fleck. „Kein Tor, kein Sieg, kein Titel im Fußball bedeutet mir so viel wie eine offene und friedliche Gesellschaft“, sagte der 30-jährige Nationalspieler und Kapitän von Borussia Dortmund kürzlich in einem Interview. Dem ist nicht viel hinzuzufügen, mag man betonen angesichts des Grauens und den rassistischen Morden, die sich in der Nacht auf Donnerstag im hessischen Hanau ereignet haben. Und angesichts der erschreckenden fremdenfeindlichen Entgleisungen in deutschen und internationalen Fußball-Stadien in den vergangenen Wochen.

Es ist unabdingbar, dass auch der Profisport, der Millionen Menschen erreicht, Haltung zeigt, zusammensteht gegen Hass, Ausgrenzung, blinde Gewalt. Gut, wenn solch prominente Profis wie Marco Reus, ein Vorbild für so viele junge Kicker, eindeutig Stellung bezieht. Gut auch, dass die Klubs wie jene der dritten Liga mobil gegen die Gefahr von rechts machen. Auf ihren digitalen Kanälen – und auf dem Platz.

Ob Preußen Münster, Waldhof Mannheim oder der einst so ruhmreiche TSV 1860 München: An diesem Wochenende werden nahezu alle Teams, Schiedsrichter und die Einlaufkinder in einheitlichen T-Shirts aufs Feld laufen – und auf diese Weise „dem Rassismus die Rote Karte“ zeigen. Ein starkes Zeichen, dass hoffentlich viele Nachahmer finden wird.
© Südwest Presse 22.02.2020 07:45
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