Biathlon

Goldener Abschluss im Visier

Nach dreimal Silber wollen die deutschen Starter bei der WM in Antholz nochmal richtig durchstarten. Vor allem die bislang enttäuschenden Männer sind gefordert.
  • Eigentlich war Erik Lesser nur als Ersatzmann vorgesehen. Nun hat er sich einen Startplatz in der deutschen Staffel gesichert. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Dreimal durften die deutschen Biathleten über Silber jubeln, zum Abschluss soll die WM in Antholz aber noch einen goldenen Anstrich erhalten. Gleich vier hochkarätige Medaillenchancen eröffnen sich Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Co. am „Super-Wochenende“ in Südtirol noch – besonders auf den beiden Staffeln ruhen große Hoffnungen.

Bei den Männern verdiente sich der eigentlich nur als Ersatzmann nominierte Erik Lesser mit seiner bärenstarken Leistung in der Single-Mixed-Staffel einen weiteren Einsatz. „Ich bin dankbar für das Vertrauen der Trainer. Ich hoffe, wir rocken das Teil“, sagte Lesser, der trotz einer schwachen Saison in der gemischten Zweier-Staffel eine Chance erhalten hatte – und mit Franziska Preuß direkt Silber errang.

Das deutsche Männer-Quartett komplettieren am Samstag (14.45 Uhr) Philipp Horn, der entthronte Einzel-Weltmeister Peiffer und Schlussläufer Benedikt Doll. „Wir haben uns viel vorgenommen und wollen auf einem der ersten drei Plätzen ankommen“, sagte Peiffer: „Es wird schwer, aber wir haben die Chance – und die wollen wir mit beiden Händen ergreifen.“ Die zuletzt schwachen Leistungen am Schießstand sollen dann vergessen sein. „Ein Schießproblem sehe ich bei uns nicht“, sagte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler. Ohnehin sind die Männer besonders gefordert.

In den reinen Männer-Wettbewerben stehen die deutschen Skijäger noch blank dar – zuletzt hatten sie 1969 in Zakopane eine WM ohne Medaille abgeschlossen, damals gab es nur zwei Wettbewerbe. Zudem gab es seit 1986 in Oslo nur eine WM (2013 in Nove Mesto), die ohne deutschen Weltmeister oder deutsche Weltmeisterin endete. Beides würde wieder eintreten, sollten die DSV-Athleten in den Staffeln und den abschließenden Massenstarts am Sonntag (ab 12.30 Uhr/ARD und Eurosport) leer ausgehen.

Vor allem bei den Frauen ist das Selbstbewusstsein nach starken Teamleistungen in Südtirol aber groß. „Wir sind natürlich eine Mannschaft, die um das Podium mitkämpfen kann“, sagte Schlussläuferin Herrmann vor dem Rennen über 4x6 km am Samstag (11.45 Uhr), das sie mit Karolin Horchler, Vanessa Hinz und Preuß bestreiten wird. Zwar sei Norwegen der „klare Favorit“, doch die Ex-Weltmeisterin fügte hinzu: „Ich hoffe mal, dass wir alle an unsere Ergebnisse anknüpfen und ein geiles Rennen machen.“

Verstecken brauchen sich die deutschen Biathletinnen nicht: Titelverteidigerin Herrmann holte in der Verfolgung genauso Silber wie Hinz im Einzel und Preuß in der Single-Mixed-Staffel. Angesichts dieser Erfolge zeigte sich auch Horchler vor ihrem Debüt in einer WM-Staffel hochmotiviert. „Wir sind heiß“, sagte die Startläuferin – welche Farbe mögliches Edelmetall hätte, ist für Hinz jedoch „total egal“.

Für die beiden Massenstarts ist das jeweils 30 Teilnehmer starke Feld ebenfalls komplett. Sofern es keine Änderungen gibt, vertreten bei den Frauen über 12,5 km Herrmann, Hinz, Horchler und Preuß das deutsche Team. Bei den Männern über 15 km schickt der DSV Peiffer, Doll, Horn und Johannes Kühn ins Rennen. sid
© Südwest Presse 22.02.2020 07:45
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