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Neue Glücksspiel-Regelung für Deutschland: Was sind die Auswirkungen für Gelegenheitsspieler?

Ende Januar verkündigte die Landesregierung von Schleswig-Holstein eine Neuigkeit, die Gamer in Deutschland aufhorchen ließ. Sie betrifft die Regelungen zu Internetcasinos, die in den letzten Jahren eine der beliebtesten Formen des Online Gaming waren. Deren Regulierung ist in Deutschland Ländersache, was zu einem Flickenteppich von höchst unterschiedlichen Gesetzen führte. Diese standen zu allem Überfluss oft im Widerspruch zur EU-Gesetzgebung, so dass zahlreiche rechtliche Grauzonen entstanden. Jetzt wurde bei den Verhandlungen der Länder zu einer einheitlichen Regelung endlich ein Durchbruch erzielt. Die geplanten Änderungen sollen in den nächsten Monaten endgültig beschlossen werden und dürften zu einigen Änderungen in der Gaming-Landschaft führen. Zu begrüßen ist, dass Nutzer mit problematischen Spielverhalten besser geschützt werden dürften. Aber wie sieht es für diejenigen Nutzer aus, die nur hin und wieder ein wenig Spaß haben möchten?

Höchsteinzahlungsgrenzen führen zu mehr Bürokratie

Sie dürften sich über die neuen Regeln ärgern, denn sie bedeuten deutlich mehr Bürokratie. Denn zukünftig sollen monatliche Höchsteinzahlungsgrenzen gelten – und das nicht nur je Anbieter, sondern für alle Plattformen auf dem deutschen Markt. Das erfordert von jedem Nutzer eine Identitätsprüfung bei der Registrierung. Konkret bedeutet das: Wer einen typischen Slot wie Sizzling Hot kostenlos spielen möchte, kann das weiterhin ohne Anmeldung tun. Sobald er aber einen Einsatz mit Echtgeld tätigen will, und sein es nur wenige Cents, muss er ein Konto erstellen und seine Identität nachweisen. Bislang war es oft möglich, mit geringen Beträgen auch ohne Identitätsprüfung zu spielen. Wer regelmäßig in einem Online-Casino zu Gast ist, für den steht dieser Aufwand sicherlich im Verhältnis. Wer aber einfach einmal spontan das Glück herausfordern möchte, dürfte irritiert sein.

Unterschiedliche Behandlung von Slots und Tischspielen

Unterschiede gibt es für Gelegenheitsspieler auch je nachdem welcher Art von Casinospielen sie am liebsten nachgehen. Wer vor allem an Tischspielen wie Roulette oder Blackjack Gefallen findet, muss demnächst unter Umständen den Anbieter wechseln. Denn für diese Angebote soll in Zukunft in jedem Bundesland eine eigene Lizenz notwendig sein. Deren Zahl dürfte ähnlich wie die der Spielhallen auf wenige Stück begrenzt werden. Fans von virtuellen Spielautomaten könnten hingegen zukünftig eine deutlich größere Auswahl haben. Für den Betrieb von Slots ist eine solche Lizenz zukünftig nämlich nicht erforderlich. Außerdem dürfen in Zukunft auch die Anbieter von Sportwetten Slots auf ihren Plattformen anbieten. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen für Liebhaber von Spielautomaten: Der Höchsteinsatz soll zukünftig auf einen Euro pro Runde begrenzt sein.

Keine Auswirkungen auf Offline-Casinos

Mit der neuen Regelung soll unter Anderem erreicht werden, dass einheitliche Regelungen für Online-Casinos und herkömmliche Spielbanken gelten. Dort sind die Betreiber schon seit Langem verpflichtet, die Identität ihrer Besucher zu überprüfen und gesperrten Spielern den Zutritt zu verwehren. Das ist im Rahmen einer Ausweiskontrolle vor Ort aber deutlich einfacher zu bewerkstelligen. In dieser Hinsicht werden Online-Casinos jetzt also benachteiligt. Auch die zu erwartende Begrenzung der Lizenzvergabe spielt den Spielhallenbetreibern in die Hände. Denn ein Grund für die Beliebtheit von Online-Casinos war bislang auch die große Auswahl von Plattformen. Die wenigen Gelegenheitsspieler, die tatsächlich ein Casino aufsuchen, sind von der anstehenden Änderung also nicht betroffen.

© Schwäbische Post 24.02.2020 21:08
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