Sympathie verspielt

Zu den Baumfällungen für den geplanten Waldcampus:

Jetzt wurde mit einem Holzvollernter für den geplanten Waldcampus der Wald gefällt. Die Technik macht’s möglich, sie macht in atemberaubender Geschwindigkeit kaputt, was über Jahrzehnte gewachsen ist: Zerstörung von Wald als Lebensraum und CO²-Speicher - entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnis, aber zum Nutzen der Wissenschaft. Von einer Hochschule, die sich mit dem Prädikat „nachhaltig“ schmückt, hätte man eine intelligentere Lösung, ohne Waldbeseitigung umwelt- und klimaverträglich, erwarten können. Was die Nachhaltigkeit betrifft, hat die Hochschule spätestens jetzt Glaubwürdigkeit und auch Sympathie verspielt. Und die Krähen schwärmen am Abendhimmel und suchen vergeblich ihre Schlafbäume.

© Schwäbische Post 25.02.2020 19:37
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Kommentare

Christine Fuchs

Bravo allen Verantwortlichen  dieser Vernichtungsaktion. Das habt ihr ganz wunderbar gemacht. Sicher hätte es auch andere Möglichkeiten gegeben. Aber da sind halt unsere Politiker einfach schwerfällige Schwaben. Wir haben ja noch ganz viel Wald um Aalen - spielt  also keine Rolle wenn ein Stück fehlt. Und es gibt sicher auch noch ganz viele Projekte , wo man noch mehr  Wald vernichten kann. Greta wird es freuen!

Lasttime

Guten morgen Frau Wandrey,

ja es ist ein Frevel. 

Man könnte meinen es ist ein Faschingsscherz, aber nein: Wir haben ja Aschermittwoch, denn auf Seite 11 sieht man unsere verrückte Welt ganz klar: 

1.

Ein wunderschönes großes Bild der Rodung von Fichten und Eichen, für Erweiterung der Hochschule-"Bäume fallen für Waldcampus". Man rodet einen Wald für den marketingmässigen Namen einer Hochschulstadt und nennt sie: "Waldcampus". Hoffe man, daß irgendwo dafür eine kleine Gedenktafel angebracht wird.

2.

Auf gleicher Seite, daneben der Artikel:

"Schöpfung bewahren als Thema". Es geht dazu um eine Veranstaltungsreihe in Aalen-Wasseralfingen der kath. Kirchengemeinde St. Stephanus. Es geht um ein Kunstprojekt. Zitat: "Die Gesichter sowohl von Stephanus als auch Saulus sind dabei durch Spiegel dargestellt. 'Wir können uns also sowohl als Opfer als auch alt Mittäter des Klimawandels und der Umweltzerstörung in dem Kunstwerk wiederfnden. Fortgeführt wird die Reihe mit einem Film- und Diskussionsabend . Papst Franziskus legt anhand von Bezügen zu seinem Namenspatron, dem hl. Franz von Assisi, dar, wie wir bei der Bewahrung der Schöpfung mitwirken können. Aus den Diskussionen werden weitere Aktionen für das Jahr abgeleitet".

Könnte man statt Diskussions-Vortragsreihen, im Sitzen in irgendeinem Saal und reden, reden...nicht vor Rodungen etwas bewegen, Rodungen verhindern? Da wären alle gefordert. Wenn eine Kirchengemeinde aufgestanden wäre, in Zukunft aufstehen würde, wäre das schön und hätte eine Lobby. Aber???

Dem Wald, den Eichen und Fichten hat es nichts genutzt und auch zukünftige Rodungen werden toleriert werden. Es ist traurig. Aber passend dazu: Es ist Aschermittwoch und es können sich alle Entscheidungsträger für die "Waldcampus"-Rodung Asche aufs Haupt streuen lassen, zur Vergebung ihrer Sünden.

Übrigens: Es geht um die Zukunft unserer Jugend, unserer Studenten, unserer Kinder, dann sind Baumfällungen immer erlaubt, so geschieht es auch in Waldhausen, diesen Mittwoch, auch dort werden alte Bäume für eine Kita gerodet:

https://www.aalen.de/baumfaellungen-fuer-die-neue-kindertagesstaette-in-waldhausen.148426.25.htm

Fastnacht ist vorbei. Unsere Oberbürgermeister durch die Narrenpolizei (wie in Ellwangen) wegen ihren Vergehen an den Pranger zu stellen ist vorbei. Die Narren konnten 1 Woche "regieren". Nun sind wir wieder der Narr, der nichts zu sagen hat. Nichts ist mehr möglich.

 

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