E-Bike-Fahrer am meisten gefährdet

62 Radfahrer im Land verunglücken im vergangenen Jahr tödlich. Davon waren 20 mit einem Elektroantrieb unterwegs.
  • Eine Frau mit einem Pedelec auf einem Verkehrsübungsplatz. Foto: Christoph Schmidt/dpa
In Östringen stürzt ein Rentner mit seinem E-Bike und stirbt, in der Nähe wird eine ältere Frau auf ihrem E-Bike angefahren und getötet, im Rhein-Neckar-Kreis stirbt ein Mann, als er bergab vom E-Bike fällt. Drei von 20 Menschen, die letztes Jahr in Baden-Württemberg auf ihrem E-Bike oder Pedelec umgekommen sind. Jeder dritte getötete Fahrradfahrer also war mit einem Elektrofahrrad irgendeiner Art verunglückt.

Insgesamt sind nach Angaben des Innenministeriums 62 Menschen im Südwesten mit ihrem Rad tödlich verunglückt. 2018 waren es 68, davon 15 E-Bike-Fahrer. Die Polizei registrierte 11 440 Verkehrsunfälle, an denen Fahrräder und E-Bikes beteiligt waren.

In 2112 dieser Unfälle spielte ein Rad mit Elektroantrieb eine Rolle. Das entspricht einer Steigerung von 28,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, die Zahlen seien ein „Anlass zur Sorge“.

Die Menschen im Land besitzen nach Auskunft des Statistischen Landesamts mindestens zehn Millionen Fahrräder. Und in jedem elften Haushalt hat Anfang 2018 mindestens ein Elektrorad gestanden. Deutschlandweit hat es nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) Ende 2018 rund 4,4 Millionen Elektrofahrräder gegeben.

Die oft schweren Folgen von Stürzen und Unfällen mit E-Bikes aller Art erklären Fahrradverbände und auch die Polizei unter anderem mit der ungewohnten Handhabung, dem Alter der Fahrer und dem Gewicht der Räder. ZIV-Sprecher David Eisenberger: „Gibt es Unfälle mit einem Pedelec, gehen die häufig überdurchschnittlich schwer aus für die Fahrer.“

Bereits am Donnerstag hatte das Statistische Landesamt mitgeteilt, dass die Zahl der Unfalltoten in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr leicht gesunken ist. Demnach nahm sie nach einer vorläufigen Statistik um 0,7 Prozent auf 437 ab, obwohl immer mehr Autos unterwegs sind.

Strobl kritisierte vor allem, dass allein 179 Menschen starben, weil einer der Fahrer zu schnell unterwegs war. Die Zahl der Schwerverletzten ging dabei um 5,2 Prozent zurück auf 8094. dpa
© Südwest Presse 29.02.2020 07:45
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