Justiz

War es Mord aus reiner Habgier?

Ein Zuhälter soll für einen Rechtsanwalt einen Drogendealer erschossen haben. Prozess in Freiburg beginnt am Montag.
  • Im Landgericht Freiburg beginnt am Montag ein Mord-Prozess. Foto: Patrick Seeger/dpa
Hat ein 33-jähriger Mann mit Verbindungen ins Rotlichtmilieu in Freiburg für 50 000 Euro einen Auftragsmord ausgeführt? Unter anderem dieser Frage geht der Prozess nach, der am Montag im Landgericht Freiburg beginnt. Auftraggeber für den Mord soll ein 39-jähriger Rechtsanwalt gewesen sein. Der soll in seiner Kanzlei in Freiburg für das spätere Opfer 150 000 Euro aufbewahrt haben. Es wurde vermutet, dass sie aus Drogengeschäften stammen. Daraus ergab sich für die Ermittler der Verdacht der Geldwäsche. Weitere Ermittlungen erhärteten außerdem den Verdacht, dass gegen das Waffengesetz verstoßen wurde.

Um das Geld behalten zu können, soll der Rechtsanwalt den 33-jährigen Deutschen beauftragt haben, den 24-jährigen Drogendealer zu töten. Den Rechtsanwalt kann das Gericht nicht mehr anklagen. Der wurde am 18. November 2019 tot in seiner Gefängniszelle in der Justizvollzugsanstalt Offenburg gefunden. Staatsanwaltschaft und Kripo in Offenburg gehen von Suizid aus. Das ergab das Oduktionsergebnis. Außerdem hatte der 39-Jährige Abschiedsbriefe hinterlassen.

Mit Kopfschüssen getötet

Der Mord geschah in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2019 im Gewerbegebiet „Haid“ in Freiburg. Nach den Ermittlungen der Polizei hatte der Rechtsanwalt den 24-jährigen Drogendealer unter dem Vorwand eines Waffengeschäfts in das Gewerbegebiet gelockt. Der 24-Jährige ist nach Auskunft der Polizei vereinbarungsgemäß erschienen „und wurde dort unmittelbar durch zwei Kopfschüsse getötet“, heißt es in einem Polizeibericht.

Die Ermittler fanden außerdem heraus, dass der Rechtsanwalt und der 33-jährige Schütze den Tatort wenige Stunden vor dem Mord in der Kanzlei gemeinsam an einem PC angeschaut hatten.

Der 33-Jährige, der wegen Zuhälterei vorbestraft ist und unter Bewährung stand, hat nach Angaben der Polizei in der Vernehmung gestanden, von dem Rechtsanwalt den Auftrag zur Tötung des 24-Jährigen bekommen und diesen ausgeführt zu haben. Dafür habe er 50 000 Euro erhalten. Die Ermittler fanden den Großteil des Geldes. Petra Walheim
© Südwest Presse 29.02.2020 07:45
443 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy