Land am Rand

Kein Zuschuss für Erotikpartys

Der Katzenbuckel ist mit 626 Metern der höchste Berg im Odenwald. In dieser schönen Gegend geht es nicht besonders turbulent zu. Doch weil ein Ehepaar ein Wirtshaus zur „Villa Katzenbuckel“ umbaut und dort „Lifestyle Events“ plant, hat die Auf- und Erregung rekordverdächtige Werte erreicht. Rasch hat sich herumgesprochen, dass jährlich acht erotische Partys veranstaltet werden sollen.

Wenn derartige Lustbarkeiten sogar mit Steuergeldern ermöglicht werden, dann ist in Waldkatzenbach, einem Teilort der Gemeinde Waldbrunn (rund 5000 Einwohner), das Verständnis begrenzt. Die „Villa Katzenbuckel“ hatte eine Förderung über das EU-Programm Leader in Höhe von 200 000 Euro bekommen. Der Batzen war ein wichtiger Teil der Finanzierung des Millionenprojekts.

Doch ganz überraschend gilt die Zusage nicht mehr. Das Regierungspräsidium Karlsruhe und das Ministerium für ländlichen Raum haben beanstandet, dass bei der Entscheidung „wesentliche Aspekte“ nicht ausreichend dargestellt worden seien. Details werden nicht genannt.

Als die Villa-Besitzer den ersten Schock über die Absage verkraftet hatten, besannen sie sich auf eine andere Form der Finanzierung. Mit modernem Crowdfunding möchten sie 150 000 Euro einsammeln, „damit mindestens die erste Etage fertig wird“. 250 000 Euro wären nötig „für eine komplette Sanierung des Hauptgebäudes und des Nebengebäudes samt wunderschönem Biergarten“. Unklar ist, ob das klappt. Sicher ist nur eins – katzbuckeln wollen sie auf keinen Fall. Hans Georg Frank
© Südwest Presse 29.02.2020 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben

Kommentare

In my humble opinion

>Doch ganz überraschend gilt die Zusage nicht mehr. Das Regierungspräsidium Karlsruhe und das Ministerium für ländlichen Raum haben beanstandet, dass bei der Entscheidung „wesentliche Aspekte“ nicht ausreichend dargestellt worden seien. Details werden nicht genannt.<

Da wundert mich nichts mehr, wenn man "Entscheidung" einerseits und "Antrag" andererseits nicht auseinander halten kann.

Oder war es doch die "Entscheidung", die "nicht ausreichend dargestellt" wurde?

Dann wundert mich überhaupt nichts mehr.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy