Querpass

Letzte Ausfahrt Bremen

  • über die mangelnde Fußball-Qualität im hohen Norden. Thomas Gotthardt Foto: Thomas Gotthardt
Ein Norddeutscher im Schwabenland: Das ist weder etwas Beunruhigendes noch überhaupt eine erwähnenswerte Tatsache. Es soll auch nicht um den Fischkopp im Süden gehen, sondern um dessen Fußball-Blick zurück in die Heimat.

Da kommen dem assimilierten Schwaben dann doch schnell die Tränen. Wenn das in der Bundesliga so weiter geht, dann weht im Norden bald kein Erstliga-Wind mehr. Was nix mit Corona zu tun hat.

Eine kurze Beschreibung der tristen Fußball-Wahrheit aufm Platz kurz vor dem Deich: Bremen kämpft gegen den Abstieg aus der Bundesliga, verliert aber in schöner Regelmäßigkeit – höchste Abstiegsgefahr. Braunschweig, 1895 gegründet und 1967 doch schon Deutscher Meister, in Liga drei, St. Pauli in der zweiten Liga, dazu kommt der Hamburger SV, auch mal Deutscher Meister, und Hannover. Kiel und Osnabrück? Wer?

Aber, mögen diejenigen einwenden, die in Erdkunde und Sport bewandert sind: Wolfsburg gibt's doch – und: Der HSV kann aufsteigen. Erstens: Hamburg steigt nicht auf, basta. Zweitens: Ja, gut, zugegeben, Wolfsburg gibt's natürlich mit Automarke. Aber ernsthaft: Wurde der Fußball erfunden, um ausgerechnet in Wolfsburg gespielt zu werden? Im ehemaligen Zonenrandgebiet? In der Stadt, die am häufigsten von allen deutschen Städten dem ungeplant durchrauschenden ICE die lange Nase zeigen kann?

Also: Dringender Appell aus dem Südwesten Richtung Norden, an Werder Bremen: Steigt nicht ab. Erledigt euren Job, wenn es sein muss auch in der Relegation (gegen den HSV).
© Südwest Presse 07.03.2020 07:45
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