Lesermeinung

Zur Alten- und Krankenpflege in Zeiten von Corona:

Sehr geehrter Herr Minister Spahn. Hiermit wende ich mich heute und genau zu diesen Zeiten an Sie!

Mir ist bewusst, dass es zur Zeit viel wichtigere Dinge für Sie zu bearbeiten gibt als sich des Hilferufs einer einfachen Pflegefachkraft/Krankenschwester anzunehmen! Nur: Wann wäre denn der richtige Zeitpunkt, um diesen Berufszweig zuzuhören?

Denn genau die sind die Menschen, die seit langer, langer Zeit am und über dem Limit und trotzdem aus Liebe zum Beruf und Menschen arbeiten!

Es sind diejenigen, die in dieser Pandemie/Epidemie täglich losziehen, um ihren Dienst an Kranken und Eventuell-Erkrankten übernehmen. Sie gehen los und pflegen über ihr eigenes körperliches Limit. Sie stehen zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung. Sie stehen an Sonn- und Feiertagen auf, um Menschen freundlich, fair und vor allem gut zu versorgen. Sie arbeiten Schichten, ohne Pause oder der Möglichkeit zum Toilettengang. Sie sehen Dinge, die sich manch einer nicht vorstellen kann und möchte. Sie stellen ihr Privat-und Familienleben oft hintenan, um Personalausfälle von Kollegen abzufangen. Sie sind gezwungen, Daten- und Zahlenpflege vor die Pflege des Kranken zu stellen und sie können ihren Dienst nicht im Homeoffice abarbeiten.

Man sollte sich langsam wirklich überlegen, wen man mit einem „kranken Abrechnungssystem“ behaftet und wie man die Pflegenden an der Flucht aus dem Beruf hindert. Herr Spahn, es dürfen sich viele Gedanken um und über den Stand der sozialen Berufe gemacht werden.

© Schwäbische Post 18.03.2020 16:33
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