Trauer um Jörn Kubicki

Trauer um Klaus Wowereits Ehemann

Jörn Kubicki stirbt an Herzversagen – als Folge des Lungenleidens COPD und einer Covid-19-Erkrankung.
  • Jörn Kubicki (links) und Klaus Wowereit. Foto: Jörg Carstensen/dpa
Jörn Kubicki, der Lebensgefährte von Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, ist tot. Das teilte Wowereits Anwalt Christian Schertz am Wochenende mit. Der 1965 geborene Neurologe Kubicki und Wowereit (66) waren fast 30 Jahre lang ein Paar. Am Samstag starb Kubicki an Herzversagen. Der 54-Jährige hatte seit Jahren unter der schweren Lungenkrankheit COPD gelitten, die das Lungengewebe zerstört. Nun kam eine Corona-Infektion hinzu. In den sozialen Medien gab es zahlreiche Beileidsbekundungen. Parteiübergreifend kondolierten Kunstschaffende und Politiker der Familie.

Wowereit, der Politiker, und Kubicki, der Mediziner, waren bereits zusammen, als Wowereit sich anschickte, in der Landespolitik bis ganz nach oben durchzustarten. Regierender Bürgermeister war er von 2001 bis 2014, von 2009 bis 2013 auch einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD.

Wowereit hatte bei seiner Nominierung als Berliner SPD-Spitzenkandidat 2001 öffentlich gesagt: „Ich bin schwul und das ist auch gut so.“ Der Satz brachte ihm viel Respekt ein und ist im Zusammenhang mit ihm immer wieder zitiert worden. Er habe lieber selbst in die Offensive gehen wollen, sagte der SPD-Politiker im Rückblick – von den Parteifreunden waren durchaus nicht alle der Ansicht, dass solche Offenheit beim Thema Homosexualität eine gute Idee sei – gerade in Wahlkampfzeiten. Vorformuliert sei der Satz nicht gewesen, sagte Wowereit. „Der kam aus dem Bauch heraus.“

Bei den vorgezogenen Neuwahlen im Oktober 2001 wurde die Berliner SPD nach langen Jahren wieder die stärkste Kraft. Wowereit zog als Regierender Bürgermeister ins Rote Rathaus ein. Dort blieb er länger, als viele ihm am Anfang zugetraut hatten.

Wowereit und Kubicki waren regelmäßig zusammen in der Öffentlichkeit zu sehen – auch in der jüngeren Vergangenheit. Bei der Berlinale 2019 etwa kamen beide zur Verleihung der Bären im Berlinale Palast. Beim Christopher Street Day im gleichen Jahr nahmen sie zusammen auf einem offenen Wagen an der Parade teil – nicht zum ersten Mal. dpa
© Südwest Presse 30.03.2020 07:45
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