Aus den Klauen der Hölle gerettet

Weltberühmt mit Hits wie „Layla“ und „Tears in Heaven“: Gitarrist Eric Clapton wird 75.
  • Eric Clapton, 2014 in Mannheim. Foto: Uwe Anspach
Selbst nach sechs Jahrzehnten im Rampenlicht ist die Musik immer noch sein Rückzugsort: „Wenn es Ärger zuhause gibt, was sehr selten vorkommt, nehme ich meine Gitarre“, erklärte Eric Clapton der Fachzeitschrift „Rolling Stone“. „Ich spiele zwangsläufig etwas Langweiliges, eine Übung. Aber es hält mich davon ab, mich auf den Konflikt einzulassen.“ An diesem Montag, 30. März, feiert die englische Blues-Legende ihren 75. Geburtstag.

Clapton wurde in den 1970er Jahren mit Hits wie „Crossroads“ und „Layla“ weltberühmt und verkaufte über 100 Millionen Platten. „Rolling Stone“ setzte ihn auf Platz zwei der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. Doch sein Talent wurde von einer langen Drogen- und Alkoholsucht überschattet. „Ich weiß nicht, wie ich überlebt habe“, sagte Clapton der Zeitschrift „Classic Rock“. „Aus irgendeinem Grund wurde ich aus den Klauen der Hölle geholt und bekam eine neue Chance.“

The Yardbirds, John Mayall & The Bluesbreakers, Cream, Blind Faith – und 1970 brachte „Slowhand“ Clapton das Doppelalbum „Layla And Other Assorted Love Songs“ mit einer neuen Band heraus, eine Liebeserklärung an Pattie Boyd, der Frau seines Freundes George Harrison, die er 1979 heiratete. Seine Solokarriere zog inzwischen an: Claptons Coverversion von Bob Marleys „I Shot The Sheriff“ wurde sein erster Nummer-Eins-Hit.

1989 wurde das Paar geschieden. Nichts aber beeinflusste den Weltstar so sehr wie der tragische Tod seines vierjährigen Sohnes, der beim Spielen aus dem geöffneten Fenster im 53. Stock eines New Yorker Wolkenkratzers fiel. Im Song „Tears In Heaven“ (1991) verarbeitete Clapton seine Trauer – er wurde zum Welthit.

2013 wurde bei Clapton eine Nervenerkrankung diagnostiziert, die es ihm immer schwerer machte, weiter Gitarre zu spielen. „Es fühlt sich an, als würden sich Elektroschocks mein Bein entlang bewegen“, beschrieb er in „Classic Rock“. Doch weder diese Einschränkung noch seine zunehmende Schwerhörigkeit halten ihn vom Spielen ab. Uli Hesse
© Südwest Presse 30.03.2020 07:45
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