Kommentar Guido Bohsem zu Mietstundungen von Konzernen

Immenser Schaden

  • Guido Bohsem. Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Die Corona-Zeiten sind solidarische, aber auch gereizte Zeiten. Die Leute nehmen egoistisches Gebaren schneller übel als sonst. Deshalb flogen die Gemüter auch schnell hoch, als am Wochenende bekannt wurde, dass Adidas, H&M und andere Unternehmen ihre Mietzahlungen stoppen wollen – zunächst für den April. Politiker insbesondere der SPD reagierten empört auf das Vorhaben der Unternehmen. Justizministerin Christine Lamprecht nannte das Verhalten unanständig.

Wahrscheinlich liegt sie zumindest im Falle Adidas damit gar nicht mal so falsch. Dem deutschen Traditionsunternehmen ging es zuletzt glänzend, und man könnte vermuten, dass es ein Klacks sein würde, die Mieten auch in Corona-Zeiten pünktlich zu überweisen. Doch wissen kann das auch Lamprecht nicht. Unter Umständen sprechen aktuelle, wirtschaftliche Zwänge für einen solchen Schritt, der Adidas übrigens nicht aus der Verpflichtung lässt, die Mieten später doch zu zahlen. Das ist ein Fall für Juristen, die das genau prüfen sollten. Für Adidas ist es ohnehin zu spät. Der Imageschaden ist durch den Mietstopp jedenfalls nicht zu beheben.
© Südwest Presse 30.03.2020 07:45
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