Konzerne stoppen Mietzahlungen

Vorgehen von Firmen wie Adidas und Deichmann löst Empörung aus.
Der Stopp von Mietzahlungen für Ladengeschäfte großer Unternehmen hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Ketten wie Deichmann und H&M sowie Markenhersteller wie Adidas hatten Mietzahlungen für Filialen in Deutschland eingestellt, weil diese wegen der Corona-Pandemie schließen mussten. Deichmann sprach von einer „präventiven Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten“. Adidas-Chef Kasper Rorsted stellte mittlerweile klar, der Sportartikelkonzern wolle Privatleuten weiter die Miete zahlen; die meisten Vermieter der Läden seien selbst Konzerne.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) übte scharfe Kritik: „Wenn jetzt finanzstarke Unternehmen einfach ihre Mieten nicht mehr zahlen, ist dies unanständig und nicht akzeptabel.“ Die Corona-Hilfsgesetze böten dafür keine Grundlage. „Mieter müssen selbstverständlich ihre Miete zahlen. Falls sie tatsächlich infolge der Krise in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten, kann ihnen lediglich für einen begrenzten Zeitraum nicht gekündigt werden.“ Finanzminister Olaf Scholz (SPD) kritisierte den Mietzahlungsstopp als „irritierend“; Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nannte das Vorgehen von Adidas im „Handelsblatt“ „unverantwortlich“. Auch der Deutsche Mieterbund und der Vermieterverband „Haus & Grund“ verurteilten das Verhalten scharf. dpa

Kommentar
© Südwest Presse 30.03.2020 07:45
493 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy