Querpass

Die Unbelehrbaren

  • über Teamtraining inmitten der Corona-Krise Foto: Volkmar Könneke
Der VfL Wolfsburg tut es . Der FC Augsburg auch – und der BVB will es heute tun: als Team auf dem Platz trainieren. Rein rechtlich kein Problem, schließlich sind die Bundesliga-Vereine Arbeitgeber ihrer Profis und können mit ihnen auf dem Fußballfeld im wortwörtlichen Sinne „arbeiten“. Und zumindest für den FCA geht es in dieser Saison, so sie denn beendet wird, noch ums Eingemachte, sprich: den Klassenerhalt.

Allerdings stellt sich doch in Zeiten, in denen Gaststätten und Schulen geschlossen sind, keine unnötigen Einkäufe erledigt werden dürfen und die größten europäischen Klubs ebenso wie „normale“ Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nicht aus Jux und Tollerei ins Home Office schicken, die Frage, in welcher Parallelwelt sich so mancher Fußballverein wohl immer noch befindet. Glauben VfL und FCA tatsächlich, dass Ende April in der Bundesliga alles so weitergehen wird wie bisher? Denken die beiden Klubs, dass lange Pässe spielen in Kleingruppen gegenüber den individuell trainierenden Bundesligisten ihnen wirklich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen? Am schlimmsten: Glauben sie, dass sie das Coronavirus mit dem Verzicht auf Zweikämpfe und regelmäßigen Desinfizieren der Duschen tatsächlich von ihrer Mannschaft fernhalten können? Manche Fußballvereine sind in diesen Tagen die Unbelehrbaren der Bundesliga – bis sie vielleicht schon bald eines Besseren belehrt werden.
© Südwest Presse 30.03.2020 07:45
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