Börsenparkett

Übertreibung nach unten

Die gigantischen Hilfsprogramme der Regierungen sind geschnürt, die Geldspritzen der Notenbanken angesetzt. Von dieser Seite wird es für die Börse in nächster Zeit keine neuen Impulse geben. Jetzt dürften Nachrichten aus der Wirtschaft das Geschehen dominieren, wie jüngst der dramatische Anstieg der US-Arbeitslosenzahlen oder die trüben Konjunkturerwartungen. Zudem müssen viele Aktionäre auf die Zahlung der Dividenden verzichten, weil die Hauptversammlungen verschoben werden. Mehrere Unternehmen haben die Dividende gestrichen, um damit Geld für die Bewältigung der Corona-Folgen in der Kasse zu behalten.

„Aber der erste Schock ist an den Finanzmärkten verarbeitet“, sagt Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der Deka-Bank. In der vergangenen Woche legte der Dax um rund 7 Prozent zu. Die Kurs würden aber noch eine Weile stark schwanken. Christ Oliver Schickentanz, Chefanlage-Stratege der Commerzbank macht Anlegern aber Mut. „Wir haben noch drei bis vier schwierige Wochen vor uns“. Dann würden die drastischen Maßnahmen der Regierungen und der Notenbanken greifen. „Wir erwarten im zweiten Halbjahr eine spürbare konjunkturelle Erholung.“

Oliver Roth, Chefhändler beim Bankhaus Oddo Seydler, hält die rasante Talfahrt für überzogen. „Das haben Crashs an sich, sie übertreiben nach unten.“ Roth sieht längst wieder Kaufkurse, Papiere mancher Unternehmen würden derzeit unter ihren Vermögenswerten gehandelt. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 30.03.2020 07:45
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