Lesermeinung

Viel Zeit zum Nachdenken

Zur Corona-Krise und der Politik:

Wenn ich in diesen Tagen die geballte Informationsflut über die Coronakrise lese und höre, dann meine ich: Achtsamkeit und Vernunft müssen in diesen Tagen uneingeschränkt Schlüsselbegriffe aller Bürger sein.

Denn, je dramatischer die Viruskrise verläuft, desto wichtiger, glaube ich, wird der Zusammenhalt der EU-Staaten für die Krisenbewältigung sein, denn es gibt wohl keinen Ausweg ohne Solidarität in Europa. Sozialpartnerschaftliche Verpflichtung und Solidarität darf aber auch bei uns keine Einbahnstraße sein. Denn wenn die winzig kleinen Viren uns zeigen, dass wir alle in einem Boot sitzen und von systematischer Kooperation abhängig sind, dann soll bitte die Politik und Gesellschaft die Alten-, Kurzarbeiter-, Hartz-IV-, oder Mindestlohnempfänger nicht „im Regen stehen lassen“. Ja, die Bundesregierung will die Krise mit vielen Milliarden Euro bekämpfen und unterstützen, um damit die Arbeits - und Ausbildungsplätze zu sichern und Firmen zu stabilisieren. Dies ist richtig und begrüßenswert, aber es ist halt nur die eine Seite der Medaille. Denn wenn mit dem Rettungsschirm die Arbeitgeber zu 100 Prozent von den Sozialleistungen befreit werden, dann soll es auch möglich sein, das Kurzarbeitergeld auf 80 bis 90 Prozent anzuheben. Auch ein politischer Eingriff zur sofortiger Aufhebung des Mindestlohns von gegenwärtig 9,35 Euro auf mindestens 15 Euro scheint geboten zu sein. Und alle Pflegekräfte sollten für ihren unschätzbaren Bürgerdienst ab sofort eine Lohn- und Gehaltserhöhung im zweistelligen Prozentbereich erhalten.

© Schwäbische Post 30.03.2020 21:01
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