Kommentar Dieter Keller über Corona und die Wirtschaftsweisen

Erfreulich nüchtern

  • Dieter Keller Foto: swp
Horrorszenarien über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie lassen sich leicht entwerfen. Schließlich weiß keiner, wie sich die gesundheitliche Seite weiter entwickelt. Doch der Versuchung zur Schwarzmalerei haben die Wirtschaftsweisen zum Glück widerstanden. Wer den Bürgern jede Hoffnung auf baldige Besserung raubt, muss sich nicht wundern, wenn sie jeden Mut verlieren. Dann fiele der Einbruch umso größer aus.

Klar ist: Deutschland stürzt gerade im ersten Halbjahr in eine tiefe Rezession. Wenn die Wirtschaft tatsächlich im ganzen Jahr um 2,8 Prozent schrumpft, wie es die Wissenschaftler für den wahrscheinlichsten Fall halten, wäre das noch verhältnismäßig moderat, nämlich nur halb so stark wie in der Finanzkrise 2009. Zudem dürfte es dann nächstes Jahr umso kräftiger wieder bergauf gehen. Wenn es schlecht läuft, könnte der Einbruch allerdings auch doppelt so stark ausfallen.

Lob erfahren die Gegenmaßnahmen der Politik. Es bringt nichts, jeden Tag draufzulegen. Gezieltes Nachsteuern reicht erst einmal. Jetzt ist etwas Geduld gefragt, bis die Maßnahmen wirken.
© Südwest Presse 31.03.2020 07:45
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