Immer mehr Praxen in Bayern schließen

Einigen Ärzten geht die Schutzausrüstung aus.
Arztpraxen geraten zunehmend wegen fehlender Schutzmasken unter Druck. Rund 60 Praxen hätten allein in Bayern deshalb bis Ende vergangener Woche den Betrieb eingestellt, sagte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB). „Waren es vor zwei Wochen noch Einzelfälle, dass Praxen schließen, melden sich nun verstärkt Ärzte, die ankündigen, ihre Praxen zu schließen“, sagte ein Sprecher.

Zwar seien weitere Einzelchargen mit Masken aus der Bestellung des Bundes bei der KVB eingetroffen. Nach wie vor gebe es aber keine Entspannung. „Von einer zufriedenstellenden Belieferung aller rund 18 000 Praxen im Freistaat sind wir noch weit entfernt“, berichtete der Sprecher.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums betonte, es seien inzwischen 20 Millionen Atemschutzmasken beschafft worden. Sie wurden an Länder und Kassenärztliche Vereinigungen für die Verteilung an Kliniken, Praxen und Pflegeheime ausgeliefert. Die Beschaffung laufe weiter. Auch Unternehmen anderer Branchen hätten mittlerweile umgestellt und produzierten Masken, etwa in der Textilindustrie.

Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, forderte, der Staat müsse notfalls Schutzkleidung auch beschlagnahmen können. „Die Gesetze der freien Marktwirtschaft dürfen in diesem Szenario nicht mehr zur Anwendung kommen.“ dpa/epd
© Südwest Presse 31.03.2020 07:45
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