EU-Kommission will freie Einreise für Erntehelfer

Von der Leyen gegen Grenzschließungen in der Union. Wirtschaftsforscher erwarten für Deutschland einen Konjunktureinbruch – aber auch eine schnelle Erholung.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat trotz der Corona-Pandemie offene Grenzen in der EU für Erntehelfer gefordert. „Wir brauchen Menschen, die unsere Lebensmittel anbauen und ernten“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in einer Videobotschaft. Deswegen müssten sich auch Saisonarbeiter im Agrarsektor „frei über Grenzen bewegen können“.

Viele EU-Länder haben seit Beginn der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen eingeführt. Die Bundesregierung hatte vergangene Woche ein vorübergehendes Einreiseverbot für Erntehelfer erlassen, was die Landwirtschaft vor erhebliche Probleme stellt.

Die Einführung von Grenzkontrollen zur Eindämmung der Pandemie sei „verständlich“, erklärte die EU-Kommission. „Doch müssen systemrelevante Arbeitskräfte ihr Ziel trotzdem unbedingt ohne Zeitverlust erreichen können.“

Selbst ohne größere Ausfälle in der Landwirtschaft rechnen die führenden Wirtschaftsforscher in Deutschland für 2020 mit einer mittleren bis schweren Rezession. Weil sie aber eine im Kern gesunde Ökonomie trifft, halten die „Wirtschaftsweisen“ eine schnelle und nachhaltige Erholung für wahrscheinlich. Es gebe „keine massiven strukturellen Verwerfungen“, sagte Volker Wieland, einer der drei Top-Ökonomen des Beratergremiums der Bundesregierung.

Die „Wirtschaftsweisen“ wandten sich gegen „Horrorszenarien“ mit einem möglichen zweistelligen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts und dauerhaften sowie erheblichen Folgen. Allerdings räumt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein: präzise Vorhersagen sind derzeit wegen der großen Unsicherheit kaum möglich. dpa

Kommentar, Themen des Tages und Wirtschaft
© Südwest Presse 31.03.2020 07:45
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