Land am Rand

Hilfspaket für Langfinger!

Die Hilfsbereitschaft kennt in Zeiten von Corona keine Grenzen. Pubertierende kaufen plötzlich für Rentner ein, Hundehasser führen Fiffis spazieren und der Staat lässt mal kurz hunderte Milliarden springen, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

An wen dabei keiner denkt: Einbrecher. Auch die leiden stark unter der Krise. Während im Betrugsbereich das Krisengeschäft brummt und Atemmasken zu astronomischen Preisen umgesetzt werden und Großmütter leicht um ihr Erspartes zu bringen sind, kann der Langfinger der alten Schule wegen Millionen Menschen im Homeoffice auch gleich Kurzarbeit anmelden. Land am Rand, die Kolumne mit einem Herz für Diebe fordert deswegen: Wir brauchen ein Hilfspaket für solo-selbstständige Einbrecher. Was sonst passiert, kann man in Italien und China bereits beobachten. Dort geht die Zahl an Ladendiebstählen und Wohnungseinbrüchen dramatisch zurück. Es droht massive Arbeitslosigkeit im kriminellen Millieu.

Wie zugespitzt die Lage auch hierzulande schon ist, zeigt ein Fall aus Buchen im Neckar-Odenwald-Kreis. Dort stiegen Unbekannte in ein Schuhgeschäft ein, ergatterten 10 000 Euro und nahmen auch noch die letzten Reste Wurst aus dem Kühlschrank mit. Wohl aus Enttäuschung. Denn die eigentlich erhofft Beute fanden sie erst gar nicht: In der Toilette herrschte gähnende Leere, kein Klopapier weit und breit. Schließlich ist niemand so blöd und lässt in Krisezeiten wie diesen unbewacht Wertsachen in einem Geschäft zurück. David Nau
© Südwest Presse 31.03.2020 07:45
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