Querpass

Gelebte Solidarität

  • über hilfsbereite und weniger hilfsbereite Profiklubs Foto: Volkmar Könneke
Der VfB Stuttgart macht in der Corona-Krise eine recht gute Figur. Die Vorstände und die für Zweitligaverhältnisse sehr gut verdienenden Spieler verzichten auf Teile des Gehalts – auch um die Jobs der vielen deutlich weniger gut bezahlten Klubangestellten zu sichern. Zudem spenden die Profis 100 000 Euro an jene, auf die es in der gegenwärtigen Krise besonders ankommt oder die unter ihr besonders leiden – an Ärzte, Pflegekräfte, Besitzer von Gaststätten oder Kinos. Das ist gelebte Solidarität.

Die Stuttgarter sind nicht alleine. Bei Bayern München verzichten Führungsriege, Trainer und Stars auf 20 Prozent des Gehalts. Am Donnerstag verkündeten der VfL Wolfsburg und Werder Bremen einen Gehaltsverzicht von Profis und Coaches. Fast alle Klubs sind nun dem Beispiel von Borussia Mönchengladbach gefolgt, die schon vor zwei Wochen einen solchen Beschluss fasste.

Mehr noch: Die Spieler des VfL Wolfsburg wollen am Freitag in zwei Supermärkten mitarbeiten, die Regale dort auffüllen – und so den Helden des Alltags danken. Dass eine solche Haltung und Hilfsbereitschaft nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Blick nach England auf die teilweise steinreichen Klubs der Premier League. Die Profis dort tun sich, bis auf jene von Aufsteiger Norwich City, schwer in Sachen Gehaltsverzicht. Es wird Zeit, dass sich auch andere bewegen.
© Südwest Presse 03.04.2020 07:45
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