Bei Anruf Schmuck, Getränke und Mittagstisch

Handel, Gewerbe und Gastronomie stellen sich auf die aktuelle Lage durch die Corona-Krise ein und bieten Produkte zum Abholen an oder liefern sogar zum Kunden nach Hause.
  • Viele Händler haben auf Lieferservice umgestellt und übergeben die bestellten Waren bis an die Haustür. Foto: adobe stock/vchalup

Aalen. Durch Anordnung geschlossene Geschäfte, eingestellte Wirtshaus-Stammtische und unter Umständen sogar Quarantäne – das Corona-Virus stellt weite Teile der Bevölkerung vor neue Herausforderungen. Es ist ungewiss, wie lange diese Lage noch andauern wird – Experten sehen eine Besserung frühestens im Sommer voraus.

Auf die Situation eingestellt

Händler und Wirtsleute im Ostalbkreis haben daher auf die neue Situation reagiert und sind auch hinter geschlossenen Türen weiterhin für ihre Kunden da. Viele Unternehmen liefern ihre Produkte etwa auf Bestellung per Telefon oder E-Mail zum Kunden aus, Gastronomen bieten fertig zubereitete Speisen zum Abholen oder als Lieferservice an.

Positiv denken ist in der jetzigen Zeit gefragter denn je: So drastisch die persönlichen Einschnitte durch Kurzarbeit oder Quarantäne auch ausfallen, immerhin bietet diese überraschende Freizeit nun auch Gelegenheit dazu, doch endlich mal diese Dinge anzupacken, für die bisher stets die Zeit gefehlt hat. So lässt sich das romantische Candle-Light-Dinner kurzerhand vom Gasthof ins heimische Wohnzimmer verlegen – das passende Menü dazu wird vom Gasthof fertig gekocht einfach nach Hause geliefert. Für den edlen Tropfen danach und das gute Buch zum Schluss haben die örtlichen Händler ebenfalls eine Lösung parat, auch wenn sie vorübergehend keine Kunden in ihre Geschäfte lassen dürfen.

Jetzt Gutscheine kaufen

Dagobert Hämmerer, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), fordert die Kunden auf, diese Angebote anzunehmen. „Da bricht einiges weg bei den Wirtsleuten“, sagt er. Dabei sei die Gastronomie im Ostalbkreis in den vergangenen Jahren „gerade so schön im Aufschwung gewesen“. Zwar ist auch Hämmerer überzeugt, dass die Krise überwunden wird. Die Frage aber sei, wie lange dies dauere und ob die Wirte bis dahin durchhielten. Damit die Gaststättenbetreiber die lange Durststrecke überstehen, kann es auch hilfreich sein, wenn Kunden jetzt Gutscheine kaufen, die sie später in aller Ruhe einlösen können.

Not macht bekanntlich erfinderisch: Ein Schuhgeschäft beispielsweise hat ein neues Geschäftsmodell entdeckt, wie den Kunden zu Hause vor Ort der gewohnte Service geboten werden kann. Nachdem der Kunde telefonisch mitgeteilt hat, welche Art an Schuhen in welcher Größe er benötigt, bringt der Händler nun eine Auswahl an Schuhen mit zum Kunden nach Hause, wo bequem und unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes die Auswahl erfolgen kann. So braucht sich der Kunde nicht mit Rücksendescheinen befassen und kann zugleich das lokale Geschäft unterstützen.

Die Inhaberin eines Schuhgeschäfts bringt es auf den Punkt: „Es ist für die Geschäfte überlebensnotwendig, dass Kunden jetzt Gutscheine kaufen und den Lieferservice in Anspruch nehmen. Nur so kann man Geschäfte aktuell unterstützen.“

Auch beim Online-Shopping lokal bleiben

„Lokal bleiben!“ ist auch der große Appell anderer Einzelhändler. Modegeschäfte, Wein- und Feinkostgeschäfte, Optiker, Elektrofachgeschäfte, aber auch Spielwaren- und Schmuckläden nehmen nun Bestellungen telefonisch und per E-Mail entgegen oder versuchen, einen Online-Shop aufzubauen und liefern dann nach Hause. Sie appellieren an ihre Kunden, sich mit Internet-Einkäufen in den großen Online-Shops zurückzuhalten und wieder mit geballter Kraft vor Ort einzukaufen und essen zu gehen, sobald es möglich ist.

Für die Kunden bleibt dennoch eine Frage offen: Wie bezahlt man bei den örtlichen Geschäften die Bestellung? Einige Händler bieten inzwischen Bezahlung über Paypal oder per Überweisung an, andere liefern gegen Barzahlung bei Anlieferung. Bei den Gastronomen kann nach wie vor in bar bei Abholung bezahlt werden. Es ist auf jeden Fall ratsam, sich vorab telefonisch über die Zahlungsmodalitäten zu erkundigen.

Hamsterkäufe vermeiden

Weiterhin ganz regulär geöffnet haben Getränkemärkte. Aber auch hier gibt es durch Corona-Hamsterkäufe unerwartete Probleme: Durch eine zu große Lagerhaltung von Seiten der Kunden wird das Leergut knapp. Trotz Angst vor dem Coronavirus sollten Verbraucher ihre Getränke nicht massenweise in Kammern und Kellern lagern.

Die Getränke-Fachgroßhandels-Kooperation GEFAKO bittet daher alle Kunden, das Leergut zügig wieder zurückzubringen. Wenn nicht genügend Leergut im Umlauf sei, könne die Getränkeindustrie nicht ausreichend abfüllen und fristgerecht Nachschub liefern. Manche Getränkehersteller müssten daher schon das Sortiment straffen, da nicht ausreichend Flaschen zur Verfügung stehen, meldet die GEFAKO als

© Schwäbische Post 03.04.2020 16:42
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