Fußbodenheizung – Wärme von unten

Durch die existierende Bandbreite an Lösungen gibt es nahezu für jeden ein geeignetes Heizsystem.

Fußbodenheizung ist die am meisten verwendete Heizung in neu gebauten Eigenheimen. Sie kommt mit geringen Temperaturen aus und erzeugt dennoch eine angenehme Wärme.

Weniger bekannt ist die Fußbodentemperierung. „Generell gibt es keinen großen Unterschied“, erklärt Axel Grimm vom Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen. Beide Systeme sind moderne Flächenheizungen, die Strahlungswärme gleichmäßig verteilen. So werde eine zugfreie Wärme an die Umgebung abgegeben. „Mit Fußbodentemperierung ist umgangssprachlich meist der nachträgliche Einbau einer elektrischen Fußbodenheizung gemeint“, erklärt Grimm.

Aber es kursieren unterschiedliche Bezeichnungen, wie Frank Hartmann vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie erläutert: „Rein technisch bedeutet der Begriff Flächentemperierung, eine definierte Fläche thermisch zu aktivieren, also zu temperieren.“ Egal, ob wassergeführt oder elektrisch betrieben, beide Systeme eigenen sich zur Beheizung und Kühlung in Wohn-, Büro- oder Industriegebäuden.

Welches System für welchen Boden?

Wassergeführte Systeme haben sich für die großflächige Beheizung etabliert, betont Grimm. Die Fußbodentemperierung werde eher in Nebenräumen wie Bädern eingesetzt. Fußbodenheizsysteme sind übliche Heizungen, durch deren Rohre Wasser fließt. In der Regel ist ihre Installation aufwendiger als die einer elektrischen Heizung. Elektrische Systeme eignen sich aufgrund ihrer niedrigen Aufbauhöhe als Zusatzheizung im Bad oder zum nachträglichen Einbau. „Sie eignen sich besonders dort, wo schnell, aber nur zu bestimmten Zeiten Wärme benötigt wird“, sagt Michael Muerköster von der Initiative Wärme+.

Anders als wassergeführte Systeme lassen sich elektrische Systeme schnell an- und ausschalten und sind unkompliziert zu installieren. „Die flachen, selbstklebenden Heizmatten mit den eingewebten Heizleitern werden direkt unter die Fliesen in die Ausgleichsmasse verlegt“, erklärt Muerköster.

Elektrische Energie ist eigentlich zu wertvoll, um sie zu verheizen.

Michael Muerköster
Initiative Wärme+

Dennoch sollten Eigentümer genau abwägen, ob für ihr Haus eine elektrische Heizung infrage kommt, meint Hartmann. „Elektrische Energie ist eigentlich zu wertvoll, um sie zu verheizen. Wird die Heizung aber nicht in mehreren Räumen und über eine längere Zeit benötigt, kann eine dezentrale Fußbodentemperierung sinnvoll sein.“ Muerköster ergänzt: „Für den Dauerbetrieb ist die Fußbodenheizung günstiger, die Thermostate lassen sich so programmieren, dass sie jeden Tag die gewünschte Solltemperatur erreichen.“

Nur vom Fachmann einbauen lassen

Auch eine Kombination beider Systeme kann durchaus sinnvoll sein, erklärt der Experte. „Im Frühjahr und Herbst, wenn die Außentemperaturen so hoch sind, dass die wassergeführte Fußbodenheizung zu viel ist, kann die elektrische Zusatzheizung komfortabel sein.“

Als Laie sollte man allerdings vom Verlegen einer Flächenheizung absehen. „Die Planung der Fußbodenheizung gehört in die Hände von Fachleuten“, rät Verbandsvertreter Grimm. Es sei wichtig, die Heizung gut mit dem Wärmeverteilsystem abzustimmen. Auch um die Fußbodentemperierung müssten sich Experten kümmern: „Wo Strom und Wasser zusammentreffen, kann es für Laien gefährlich werden“, warnt Muerköster.

Katja Fischer

© Schwäbische Post 03.04.2020 16:46
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