Händler und Wirte mit hallo-ostalb.de unterstützen

Online-Plattform Wie die Gutscheinaktion „#zukunftschenken“ anläuft. Und wie Sie selbst Ihre Händler vor Ort, Ihre Wirte und die Dienstleister in der Corona-Krise unterstützen können.

  • Läden, Cafés und Gaststätten sind zwar weiterhin geschlossen. Aber Gutscheine für „die Zeit danach“ können jederzeit auf der online-Plattform hallo-ostalb.de gekauft und auch verschenkt werden. Foto: opo

Aalen

Der Corona-Shutdown dauert an. Seit über 14 Tagen sind alle Läden, Gaststätten und Bars geschlossen. Das hat die Landesregierung verfügt, um das Tempo der Infektionswelle zu bremsen. „Es ist auf jeden Fall die falsche Zeit, um in Schockstarre zu verfallen“, sagt Christian Hellriegel, Betreiber der Bierhalle und der Bar noir. „Jetzt heißt’s Ärmel hochkrempeln, und trotz Corona Umsätze machen.“

Denn: Weil jetzt die Umsätze ausbleiben, aber die Nebenkosten weiterlaufen, ist die Krise für viele Betriebe auch hier in Aalen, im Ostalbkreis, existenzbedrohend. Besondere Hilfe in diesen Zeiten bietet die regionale Online-Plattform für den regionalen Handel. „Auf unserer Plattform hallo-ostalb.de können sich die lokalen Betriebe kostenlos präsentieren. Damit erreichen sie automatisch mehr Reichweite, also mehr Kunden, als über ihre eigene Homepage“, erläutert Wolfram Daur vom Online-Marketing der SchwäPo.

Weitere Hilfe in der Krise ist die Aktion #zukunftschenken, die seit Mittwoch auf der Plattform hallo-ostalb.de läuft. Die Idee: Wer die lokalen Unternehmen in der Krise unterstützen will, kann hier online Gutscheine erwerben. Das Geld kommt den lokalen Unternehmen sofort zugute. Eingelöst werden können die Gutscheine, wenn Läden, Cafés und Co. wieder offen haben.

Die Händler sind begeistert. „Ein super Angebot“, meint Tobias Funk von Mode Funk. Die erste Schockstarre nach Beginn des Shutdowns ist überwunden. „Die Signale der Kunden stimmen uns froh“, sagt Funk. Innerhalb von wenigen Tagen wurden über hallo-ostalb.de rund 60 Gutscheine allein für Mode Funk geordert. Freilich sei das kein Vergleich zu den Umsätzen in normalen Zeiten. „Aber wir geben uns derzeit schon mit kleinen Dingen zufrieden.“

Eine positive Resonanz auf die Gutscheinaktion „#zukunftschenken“ erfährt auch Florian Friedel von Saturn Herrenmode. „Dass in dieser Zeit Gutscheine mit teils beachtlichen Summen gekauft werden, ist schon ein starkes Zeichen der Verbundenheit unserer Kunden.“.

Vincze Juhas von „Leib & Seele“ setzt auf das Prinzip Hoffnung. Eine Handvoll Gutscheine hat er erst verkauft. „Aber jeder noch so kleine Tropfen hilft“, sagt er tapfer.

Neu auf der Plattform hallo-ostalb.de ist der Schuhstadel. Das Team von Martin Sachse lädt im sozialen Netz ein zu einem virtuellen Schaufensterbummel durch sein Geschäft. Wie etwa auch bei Mode Funk kann man das Gewünschte online bestellen und bekommt es dann nach Hause geliefert. Umso mehr freut sich Martin Sachse über die Gutscheinaktion „#zukunftschenken“. „Die Gutscheine eignen sich wunderbar als Ostergeschenk. Über unseren Online-Schaufensterbummel kann sich der Beschenkte dann sofort ein schönes Paar aussuchen und es bestellen.“

Christian Hellriegel, der die Bierhalle und die Bar noir betreibt, sprüht vor Ideen. Er hat einen Cocktail-Lieferservice ins Leben gerufen, plant Tasting-Pakete mit allerlei Spirituosen. All das kann man sich online nach Hause bestellen und zudem an einem Online-Seminar für die verschiedenen Tastings teilnehmen. „Das wäre eine tolle Idee für einen Geschenkgutschein zu Ostern“, meint Hellriegel.

Ein starkes Zeichen der Verbundenheit unserer Kunden.

Florian Friedel
Saturn Herrenmode

Für Kunden: einfach auf hallo-ostalb.de klicken, dann unter „Ostalb“ die Stadt auswählen und Gutscheine kaufen.

Für Händler, Wirte und Dienstleister: Wer ein kostenloses Profil freischalten möchte, wendet sich an Saskia Kucher, Tel. 0179 6113241, E-Mail:

s.kucher@sdz-medien.de

oder an Laura Oppedisano, Tel. (07361) 594259, E-Mail:
l.oppedisano@sdz-medien.de

Unterstützt wird die Plattform von den Städten Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd sowie der KSK Ostalb und der VR-Bank Ostalb.

Stationärer Handel wehrt sich gegen Rabattschlacht

Aalen. Viele Geschäftsleute bangen jetzt um ihre Existenz. Und viele machen sich zudem auch große Sorgen um die Zeit nach dem Corona-Shutdown. Wie und zu welchen Preisen werden sich die Regale voller Frühjahrsware dann so viel später im Jahr überhaupt noch verkaufen lassen? Was die Sorgen auf die Spitze treibt: Während der stationäre Handel zum Stillstand verdonnert ist, liefern sich die großen Online-Händler wie Amazon & Co. derzeit eine Rabattschlacht mit Reduzierungen bis zu 70 Prozent. Jetzt zeigen sich die bösen Folgen des einst abgeschafften Rabattgesetzes.
In diesem speziellen Fall sieht Tobias Funk von Mode Funk die Regierung gefordert. „Es wäre großartig, wenn man hier eine Sonderregelung finden würde, dass beispielsweise bis Ende Juli die Ware nicht reduziert werden darf.“ Gleichzeitig weiß er sehr wohl, dass das nur ein Wunschdenken ist.
Unter den Händlern gibt es jetzt schon Stimmen, die sich eine Rückkehr zum alten Rabattgesetz wünschen, mit großen Rabatten nur zum Sommer- und Winterschlussverkauf. „Das wir nach dem Shutdown absolut alle auf Dumpingpreise verzichten, wäre wünschenswert, wird sich aber nicht durchsetzen lassen“, sagt Claus Albrecht, Vorsitzender im Bund der Selbstständigen. Eine Rückkehr zum alten Rabattgesetz kann er sich nicht vorstellen. Die Modetrends seien heute so schnelllebig, dass spätestens alle drei bis vier Wochen Teilreduzierungen nötig seien um wieder Platz für neue Ware zu schaffen. Zudem haben viele Händler durch die Corona-Krise einen erheblichem Liquiditätsdruck. „Sie brauchen dann schnelle Umsätze, was sich mit reduzierter Ware freilich besser bewerkstelligen lässt.“
Citymanager Reinhard Skusa appelliert an die Händler: „Halten Sie nach dem Shutdown die Preise und verschenken Sie lieber ein Lächeln an die Kunden!“

© Schwäbische Post 03.04.2020 19:26
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