Kommentar Günther Marx über Kanzlerin und ihre Koalition

Für den Augenblick

  • Günther Marx Foto: Gerd Markert
Gewiss, es ist nicht mehr als eine Momentaufnahme. Und doch sind die jüngsten Zahlen des Deutschlandtrends bemerkenswert. Zeigen sie doch, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen dieser Bundesregierung vertraut; dem Krisenmanagement einer großen Koalition, die noch vor kurzem vielen als auszumusternde Truppe galt, als abträglich für die politische Kultur im Land. Nun wird sie in dieser Notsituation, wo es darum geht, alle Kräfte zu konzentrieren, als Glücksfall wahrgenommen.

Lob und Anerkennung sind freilich ungleich verteilt. Angela Merkel ist beliebt wie lange nicht mehr und zieht die Union gleich mit nach oben. Die SPD dagegen verharrt im Umfragekeller und kann von der Popularität ihres Finanzministers Olaf Scholz, den sie als Vorsitzenden nicht haben wollte und der nun zu den starken Figuren im Krisenteam um die Kanzlerin zählt, rein gar nicht profitieren.

Ob da im einen wie im anderen Falle noch mal über die Aufstellung für die kommende Bundestagswahl nachzudenken wäre? Jetzt nicht, heißt es dazu unisono. Und jeder wird darauf verweisen: Es handelt sich um eine Momentaufnahme. Mehr nicht.
© Südwest Presse 04.04.2020 07:45
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