Bucks heile Welt

Schatz-Suche

  • Gerlinde Buck Foto: Christian Käsmayr
Nach einem langen Tag im Weltengetöse heimzukommen, die Schuhe von sich zu werfen und flink ein gutes Tröpfchen zu entstöpseln – es gibt kaum etwas Schöneres.

Es sei denn, man ist gezwungen, daheim zu sein. Über kurz oder lang regt einen dort alles auf. Die flackernde Lichtquelle im Abstellraum etwa erscheint nicht länger wie ein liebenswertes Provisorium. Die daube Funzel muss weg! Sofort! Auch wenn Ersatz nicht in Sicht ist. Tastet man sich eben im Dunkeln durch bis zum Vorratseimer Trockenhefe... Verflixt... Die Hefe wird doch nicht aufgegangen sein... O nein, die Hefe ist auf, äh, aus! Zum Glück sind noch Batterien im Haus. Hefe können die zwar nicht wirklich ersetzen, aber immerhin sieht die Welt, im Lichte einer voll geladenen Stirnlampe betrachtet, gleich wieder ganz anders aus.

Vor allem die Abstellkammer. Strahlend erleuchteten Hauptes dringt man vor in finsterste Winkel. Und stößt prompt auf Schätze. Maja-Seifen, original verpackt, aus den 1990ern! Die große Geschenk-Edition, liebevoll ausgesucht dereinst von Tante Clara (1918-2016) und von uns nicht einmal als Mottenschreck für würdig befunden. Heute jedoch, wo wir panisch sogar zur Handwaschlotion Power-Patschuli greifen, sind wir unendlich froh um Maja.

Danke, Tante Clara, für dieses dufte Geschenk! Demütig gehen wir in uns und fahren fort, mit der Schatz-Suche daheim.
© Südwest Presse 04.04.2020 07:45
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