Supermärkte an Karfreitag geschlossen

Nach Protesten von Kirchen und Gewerkschaften ändert die Landesregierung die Corona-Verordnung.
Nach Protesten von Kirche und Gewerkschaften bleiben die Supermärkte in Baden-Württemberg an Karfreitag und Ostersonntag nun geschlossen. „Wir haben uns dazu entschieden, die Ausnahmeregelungen nicht für Karfreitag und Ostersonntag gelten zu lassen“, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitagnachmittag mit.

Die Corona-Verordnung hatte die Öffnung von Supermärkten an Sonn- und Feiertagen ermöglicht, um den Kundenverkehr zu entzerren. Das Ministerium appelliert nun an alle Bürger, die Infektionsgefahr nicht durch ein „erhöhtes Einkaufsvorkommen vor Ostern“ zu erhöhen. Am Ostermontag dürfen Supermärkte allerdings öffnen.

Nachdem im Laufe des Freitags bekannt geworden war, dass die Geschäfte am Karfreitag und Ostersonntag offen bleiben dürfen, forderten die Kirchen im Südwesten und zwei Gewerkschaften umgehend die Rücknahme dieser Entscheidung. Die katholischen Diözesen und evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg bezeichneten die Entscheidung der Landesregierung als nicht akzeptabel. „Es ist unvorstellbar, dass die Menschen an diesem Tag einkaufen gehen, aber nicht in den Gottesdienst dürfen.“ Die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierten die Entscheidung als „völlig überflüssig“ und „skandalös“. Die Verkäufer bräuchten die Osterpause dringend zur Erholung. epd
© Südwest Presse 04.04.2020 07:45
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