Land am Rand

Der gedruckte Spuckschutz

Schutzmasken sind Mangelware, manche Arztpraxen mussten deswegen schließen. Polizisten können sich das nicht leisten. Wenn sie aus Sorge um ihre Gesundheit oder die anderer Personen zu Hause blieben, würden nicht nur Maskenlager geplündert werden. Um die Beamten dennoch zu schützen, produziert das Polizeipräsidium Ludwigsburg jetzt selbst. Allerdings keine Masken, sondern „Gesichtsschilde“.

Gesichtsschilde? Gemeint sind natürlich keine vor dem Gesicht baumelnden Stoppschilder, sondern durchsichtige, der Gesichtsform angepasste Scheiben. Die Polizisten können sie sich mit einem Gummiband am Kopf befestigen. Genauso wie es Schweißer vor ihrer Arbeit machen.

Die Idee, Schutzausrüstung selbst herzustellen, hatte ein Polizeibeamter aus Marbach. Der Ludwigsburger Polizeivizepräsident bescheinigt dem Kollegen „profundes Tüftlerwissen“, deshalb habe er das Angebot gerne angenommen. Der Tüftler entwirft und schneidet übrigens nicht mit Schere, Stoff und Papier, sondern mit einem 3D-Drucker, bezahlt von der Polizei.

„Es ist eigentlich nur ein Spuckschutz“, relativiert ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Anfrage. Mehrere hundert solcher Spuckschutzschilde werde der Marbacher Beamte drucken, ein Großteil sei bereits im Einsatz. Doch auch wenn der Spuckschutz seine Funktion im Corona-Einsatz erfüllt, darf er nicht so heißen. Nur medizinische Produkte dürfen offiziell schützen, sagen die Gesundheitsbehörden. Daniel Wydra
© Südwest Presse 04.04.2020 07:45
183 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy