Kommentar Rolf Obertreis zur möglichen Staatshilfe für die Lufthansa

Hilfe zum Überleben

  • Rolf Obertreis. Foto: Volkmar Könneke
Die Lufthansa steht weitgehend still. Ihr fehlt monatlich mehr als eine Milliarde Euro Umsatz. Zwar spart der Konzern, wo er kann. Doch das reicht nicht. Die Krise zehrt die Finanzreserven rasch auf. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat bereits vor zwei Wochen betont, dass Staatshilfe ein Thema werden könnte. Die ist nun schneller nötig als erwartet. Eine Mehrheitsbeteiligung des Bundes gilt aber als ausgeschlossen.

Bis 1997 war dieser nach der Lufthansa-Krise Anfang der 1990er Jahre Hauptaktionär. Der Anteil wurde damals abgestoßen. Seitdem hat sich die Lufthansa zu einem kerngesunden Konzern und zu einer der weltweit am besten aufgestellten Airlines hochgearbeitet. Die Corona-Pandemie macht das zunichte. Der Bund könnte jetzt wieder ein Aktienpaket kaufen, er könnte eine stille Beteiligung wählen, Fremdkapital bereitstellen oder Schulden übernehmen. In jedem Fall geht es um einige Milliarden. In den USA haben die – bei weitem schlechter dastehenden – Konkurrenten bis zu zwölf Milliarden Dollar Staatshilfe beantragt.

Der Bund würde der Lufthansa das Überleben und auch Arbeitsplätze sichern. Er wird jedoch nicht verhindern können, dass die Airline nach der Krise vermutlich schrumpfen muss. Aktuelles Problem ist freilich: Nicht nur die Lufthansa benötigt Hilfe vom Staat. Auch andere Konzerne klopfen an.
© Südwest Presse 04.04.2020 07:45
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