Nichts als Ärger zum Geburtstag

In ihrer 68-jährigen Regentschaft hat Elisabeth II. viel erlebt. Aber so viele Sorgen gab es selten. Nun wird sie 94.
  • Königin Elisabeth II. muss sich derzeit viele Sorgen machen. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
Farblich auffallende Kostüme, souveränes Auftreten und hin und wieder ein Ritt auf dem Pferd: Königin Elizabeth II. sieht man weder ihr Alter noch ihren Gemütszustand an. Dabei musste sie sich vor ihrem 94. Geburtstag am Dienstag mit großen Sorgen plagen. Was sich in jüngster Zeit abspielte, dürfte ihr „Annus horribilis“ 1992 noch toppen. Damals gingen die Ehen von drei ihrer vier Kinder in die Brüche und Schloss Windsor brannte.

Wegen der Corona-Pandemie musste sich Elisabeth mit Ehemann Prinz Philip (98) auf Schloss Windsor zurückziehen. Aufgrund ihres hohen Alters gelten beide als besonders gefährdet. Doch dies hielt die Queen nicht davon ab, einen starken Appell an ihr Volk zu richten. In einer ihrer seltenen Reden an die Nation forderte sie die Briten zum Kampf gegen den Erreger auf und erinnerte sie an ihre Entschlossenheit im Zweiten Weltkrieg. Ihr ältester Sohn Prinz Charles (71) infizierte sich mit dem Erreger, zeigte aber nur milde Symptome.

Schlaflose Nächte dürfte der Queen vor allem der zum 1. April vollzogene „Megxit“ bereitet haben. Ihr Enkel Prinz Harry (35) und seine Frau Meghan (38) wollten sich erst nur teilweise von ihren royalen Aufgaben zurückziehen. Später einigte man sich auf einen klaren Bruch. Ihren Urenkel Archie soll die Queen schon seit Monaten nicht mehr gesehen haben. Das neue Zuhause der Familie ist Los Angeles.

Ein weiteres Sorgenkind ist ihr zweitältester Sohn Prinz Andrew (60), der in den Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein verwickelt sein und Sex mit einer Minderjährigen gehabt haben soll. In einem Interview redete sich der Prinz um Kopf und Kragen.

Und dann noch der Streit um den Brexit. Die Queen hält sich eigentlich mit politischen Äußerungen zurück. Doch angesichts des Hauen und Stechens im Parlament sah sie sich offensichtlich gezwungen, in einer Rede zu mehr Respekt aufzurufen. dpa
© Südwest Presse 20.04.2020 07:45
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