Privatstrand

  • In St. Peter Ording stehen Strandkörbe auf einer Plattform am Nordseestrand. Foto: Carsten Rehder/dpa
Als bekennender Strandkorbfan habe ich seit einem runden Geburtstag ein eigentlich für den Windschutz am Strand gedachtes Exemplar in meinem Garten stehen. Als das mit viel Geflecht versehene Sitzmöbel aufgestellt wurde, schüttelten noch einige Freunde und Verwandte den Kopf und wollten wissen: Was hat denn bloß ein Strandkorb auf dem Rasen verloren? Heute sehen sie das ganz anders und bestellen wie verrückt im Internet ihr eigenes Exemplar. Und sind damit alles andere als allein. Die deutschen Strandkorbmanufakturen melden Auftragseingänge ohne Ende.

Der Grund dafür heißt natürlich Corona. Oder wie es der Inhaber eines Herstellers in Ahrensbök in Schleswig-Holstein erzählt: „Die Menschen sitzen zu Hause, können nicht in den Urlaub fahren. Da entschließen sie sich, einen Strandkorb zu kaufen, um wenigstens ein bisschen die Ost- oder Nordsee bei sich im Garten zu haben.“ So blüht auch der Onlinehandel für Strandkörbe. Wenn man schon nicht zur Küste darf, dann kommt die Küste wenigstens zu einem.

Wer als Gartenbesitzer jetzt noch zögert, dem sei gesagt: Selbst wenn wir wieder in alle Welt düsen dürfen: Es ist ein schönes Gefühl, jederzeit – auch bei Wind und Regen, schließlich ist an den Küsten das Wetter ja auch oft genug Schiete – für einige Minuten in Urlaubsstimmung verfallen zu können. Da vergisst man alles. Selbst Corona. Oder wie auch immer die nächste Krise heißen mag. Hajo Zenker
© Südwest Presse 20.04.2020 07:45
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