Minister fürchtet um Busunternehmen

Winfried Hermann fordert als Folge der Pandemie vom Bund einen Rettungsschirm für Verkehrsbetriebe.
Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) fürchtet angesichts drastischer Einnahmeausfälle durch die Corona-Krise um die Zukunft des Nahverkehrs im Land. Der Bund müsse seine großen Rettungsprogramme schnell so ausweiten und neu zuschneiden, dass vor allem auch öffentliche und private Busunternehmen Zuschüsse bekommen könnten, sagte Hermann. Auch das Land bemühe sich zwar um Hilfe, die könne aber allenfalls kurzfristig wirken. „Die Summen, um die es geht, sind so groß, dass sie nicht von den Ländern allein gestemmt werden können“, betonte er. Eine entsprechende Länderinitiative gebe es bereits.

Bei den Einnahmen aus dem Verkauf von Fahrkarten gebe es drastische Einbrüche um 80 bis 90 Prozent. Das bringe insbesondere Busunternehmen in Bedrängnis, die zu einem deutlich größeren Teil von diesen Einnahmen abhingen als der Nahverkehr auf der Schiene. Zudem gebe es in dem Bereich, zu dem zum Beispiel der Linienbetrieb im Auftrag der Kommunen zählt, keinen echten freien Markt. „Für öffentliche wie private Verkehrsunternehmen gilt, dass sie eine sehr bescheidene Gewinnmarge haben“, sagte Hermann. „Es gibt viele kleine Unternehmen, die keinen großen Puffer haben.“

Für den Nahverkehr mit Bus und Bahn könne man derzeit von 40 bis 50 Millionen Euro ausgehen, die jeden Monat an Einnahmen fehlten. dpa
© Südwest Presse 20.04.2020 07:45
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