Lesermeinung

Zum „Quasi-Stillstand“ im Ostalbkreis

Ich sitze nun ab Montag, 20. April die 6. Woche in Folge im Home-Office. Ich bin Ehemann, Vater unseres siebenjährigen Sohnes, selbst der Sohn einer 78-jährigen Mutter, habe bei der Carl Zeiss AG ein 16-köpfiges internationales Team in meiner Verantwortung und bin Vorsitzender im Gesang- und Musikverein „Cäcilia“ Iggingen e.V. mit rund 300 Mitgliedern.

Das gesellschaftliche und kulturelle Leben ist zum Erliegen gekommen, unsere Kinder und auch wir sind „eingesperrt“. Die Arbeit läuft (zumindest bei mir) weiter. Wenn ich mir die Entwicklung und Geschehnisse rund um den in der Presse oft als „Killervirus“ zitierten Corona-Virus anschaue, dann mache ich mir mittlerweile weitaus größere Sorgen um die Langzeitfolgen, die die verhängten Maßnahmen auf die oben genannte Personengruppen haben, als um die Folgen des Virus selbst. Ganz klar möchte ich nicht mit Angela Merkel, Jens Spahn und Co., den Landesregierungen, Landkreis- und Kommunalvertretern tauschen. Die Verantwortung für 82 Millionen Bürger zu tragen muss, insbesondere in solchen Zeiten, enorm sein.

Gerade deswegen finde ich aber den „Schwedischen Weg“, um mit der Pandemie umzugehen, viel geeigneter, das heißt nicht unbedingt besser. Die Bürger sind dort direkt mit in die Geschehnisse eingebunden und entscheiden mit ihrem Verhalten letztendlich selbst über Leben und Tod. Sehr gut über die Gefahr informiert zu sein, gepaart mit eigenverantwortlichem Handeln, ist dort Basis dafür, dass das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben weitergehen darf. Dieses Vorgehen senkt bei der Regierung und den verantwortlichen Personen den Verantwortungsdruck erheblich und es ist somit wesentlich einfacher, Maßnahmen zu verschärfen (sofern erforderlich), denn „vorruderrn“ ist immer einfacher als zurück. (...) Ich wünsche mir, dass speziell Deutschland aber auch Europa als Ganzes bei der nächsten Pandemie besser vorbereitet ist, die Bürger deutlich besser mit einbezogen werden und dadurch der oppositionellen Berichterstattung und Meinung auch Raum gelassen wird.

Ich drücke uns nun allen die Daumen, dass wir schnell wieder im Normalbetrieb sind und wieder unsere Mitmenschen besuchen, unsere Kinder in die Schule, Kindergärten und zum Studieren schicken dürfen, das kulturelle Leben wieder genießen und unserer Arbeit wie wir das gewohnt sind nachgehen können, damit ich mich nicht weiterhin fragen muss: Wie lange „gates“ das noch so weiter?

© Schwäbische Post 20.04.2020 19:32
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Kommentare

Frieder Kohler

Lasttime schrieb am 04.05.2020 um 13:20

Ein Nachtrag noch, Herr Kohler,

Lasttime schrieb am 04.05.2020 um 13:20

Ein Nachtrag noch, Herr Kohler, .....

Kommentar samt Nachtrag nehme ich zur Kenntnis, verehrte Lasttime, trage nichts nach, sondern fasse mich kurz mit zwei Anmerkungen:

1. Seit 6 Wochen konnte ich meinen schwerbehinderten Sohn in seiner WG (Teil einer Senioren-Wohnanlage) nicht mehr besuchen. Die lebensnotwendige Kommunikation wurde durch e-mails (links aus Natur, Kultur, Familiengeschichten mit Freud und Leid), Telefongespräche und Blick über den Zaun (!) aufrecht erhalten. "Ich möchte Dich mal wieder sehen"... so sei´s!

2. Vor dem Bahnhof Aalen am Schubart-Denkmal stand eine Gruppe "Radler" (Touren-, Sport-, E-Bikes), die vom Limes und Bucher-Stausee kamen. Den Gruppenführer hörte ich sagen:"Großer Goethe, fest gemauert in die Erden" - und der Rest ist Schweigen?

Oder Nachdenken über "Was ist der Mensch, wenn seiner Zeit Gewinn, sein höchstes Gut
nur Schlaf und Essen ist? Ein Vieh, nichts weiter."

Lasttime

Frieder Kohler schrieb am 04.05.2020 um 09:53

Ob Ludowig oder die Schauspielerin Katerina Jacob um mehr "Hirn" beten (bitten), bleibt ihnen und Ihnen frei. "

Ein Nachtrag noch, Herr Kohler,

ich sehe diese Regelungen unserer Regierung (sh. mein Beispiel) als Hofierung der Familien, die verheiratet sind, Kinder und Enkel haben und alle Freiheiten haben, während Lebensgefährten (nicht verheiratet) zwischen Deutschland und der Schweiz nicht die Möglichkeit haben sich zu treffen, auch nicht auf Abstand. Diese "nicht Verheirateten" müssen Abstand halten (weil das Infektionsrisiko höher ist?). So wird der "Familie" alles erlaubt und anderen, unverheirateten Partnern, selbst mit Kindern, nicht. Sie sind im Sinne des Gesetzes keine Familie. Nur der "Familie", durch staatliche, beglaubigte Verheiratung, wird erlaubt gemeinsam mit 7 Personen unterwegs zu sein. Das erinnert mich an ganz, ganz alte Zeiten, in der die Sittlichkeit und Kinder bekommen wichtig war, die nie mehr wiederkommen dürfen. Aber jetzt wieder da sind.

Lasttime

Frieder Kohler schrieb am 04.05.2020 um 09:53

Ob Ludowig oder die Schauspielerin Katerina Jacob um mehr "Hirn" beten (bitten), bleibt ihnen und Ihnen frei. " Wir alle zitieren – aus Notwendigkeit, aus Neigung und aus Vergnügen" - so R.W.Emerson. Zur "Verschleierung der Gefahr" durch längst Verstorbene (Denker, Dichter, Philosophen) und aktive Kulturschaffende darf ich einen anderen Denkanstoß geben: Schauen Sie https://www.3sat.de/kultur/theater-und-tanz/starke-stuecke-hamlet-100.html  an und erleben Kultur (Bedeutung für das HEUTE): Ein "Starkes Stücke": Hamlet - In Johan Simons' Bochumer Inszenierung glänzt die mehrfach preisgekrönte Film- und Theaterschauspielerin Sandra Hüller als Hamlet.

Hallo Herr Kohler,

Goethe, Hamlet, Denkanstösse von Kulturschaffenden? Was nutzen diese Denkanstösse für das "normale Volk"? Deutschland besteht nicht nur aus gescheiten Künstlern und Theaterschauspielern, die "angeblich" den Durchblick haben und ihr ganzes Denken darauf konzentrieren, Theater und Kulturveranstaltungen wieder zu öffnen, da sie kein Geld verdienen. Das "normale Volk", reagiert nach den Lockerungen von Frau Merkel folgendermaßen: Gestern, Sonntag, Bucher Stausee. Da Familien gemeinsam ihrem Freizeitvergnügen nachgehen dürfen, während Singles, Lebensgefährten (nicht verheiratet) Abstand halten sollen, passiert dies: Eine Gruppe von Radfahrern fährt, hintereinander, direkt rechts auf dem Weg am See entlang. Über die nur 1,5m breite Brücke, obwohl dieser Weg ab 15.4. für Radfahrer gesperrt ist. 7 Personen. Von hinten: Opa, Oma, Schwiegersohn und Tochter, voraus (im Blick) die 3 Kinder: 8-15 Jahre alt. Eine 7-köpfige "Familiengruppe", die sich dann auf den Bänken niederlässt. Laut Gesichtsausdruck und den lachenden Gesichtern für alle, die zu zweit, zu dritt, mit Abstand spazierengehen signaliesieren sie: "WIR SIND EINE FAMILIE", wir dürfen das. Wo die Männer, die Frauen, arbeiten, mit wieviel Menschen sie zusammenkommen, es kann schwer nachverfolgt werden. Heute war Dehner voll, alle kaufen Blumen zum Pflanzen ein, ausgerüstet mit wochenlang aufgesetzter, mit Coroviren getränkter, Stoffmaske. Zu einer Erklärung dieser Dummheit der Menschen brauchen wir keine Literaten. Da passt wirklich nur der Spruch: "Herr, lass Gehirn regnen". 

Statt Ihren hoffnungsmachenden Links mit schönen Liedern empfehle ich sich von Guiseppe Verdi aus der Oper Nabucco sich die Lieder des Gefangenenchors zu Gemüte zu führen.

Frieder Kohler

Lasttime schrieb am 30.04.2020 um 20:51

Ach, Herr Kohler,

manchmal ist alles so einfach:

Der Spruch "Herr lass Gehirn regnen" stammt nicht von mir, sonder von Frauke Ludowig, einer Moderatorin,...


 Viele finden die Verschleierung der Gefahr durch lebende, literarisch geschulte Dichter, wie Frauke Ludowig schreibt einfach z.K.

Ob Ludowig oder die Schauspielerin Katerina Jacob um mehr "Hirn" beten (bitten), bleibt ihnen und Ihnen frei. " Wir alle zitieren – aus Notwendigkeit, aus Neigung und aus Vergnügen" - so R.W.Emerson. Zur "Verschleierung der Gefahr" durch längst Verstorbene (Denker, Dichter, Philosophen) und aktive Kulturschaffende darf ich einen anderen Denkanstoß geben: Schauen Sie https://www.3sat.de/kultur/theater-und-tanz/starke-stuecke-hamlet-100.html  an und erleben Kultur (Bedeutung für das HEUTE): Ein "Starkes Stücke": Hamlet - In Johan Simons' Bochumer Inszenierung glänzt die mehrfach preisgekrönte Film- und Theaterschauspielerin Sandra Hüller als Hamlet.

Lasttime

Frieder Kohler schrieb am 30.04.2020 um 13:59

hier dürfen Sie mitfühlen, Natur in der Großstadt erleben und weiterleiten:

http://www.haustechnik-corbusierhaus.info/Turmfalken-Cam/

Ach, Herr Kohler,

manchmal ist alles so einfach:

Der Spruch "Herr lass Gehirn regnen" stammt nicht von mir, sonder von Frauke Ludowig, einer Moderatorin, die diesen Ausspruch kreiert hat und von anderen starken Frauen in Ihrer Conora-Ansicht unterstützt wird und hat nichts mit Religion zu tun. 

https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_87556706/-absolut-zum-kotzen-frauke-ludowig-regt-sich-ueber-corona-ignoranz-auf.html

Aber danke, daß Sie sich so viel Zeit für ein feedback und Hinweisen zu dem Denken alter Schriftsteller (längst gestorben) als Hilfe zur Corona-Krise und als Denkanstoß für mich genommen haben. Manchmal ist die Meinung von Lebenden, besonders von Frauen, auch nicht schlecht. Viele finden die Verschleierung der Gefahr durch lebende, literarisch geschulte Dichter, wie Frauke Ludowig schreibt einfach z.K.

 

Frieder Kohler


Zu Lasttime am 27.04.2020 um 19:25 Uhr (die "bescheidene Meinung" liest zur Zeit
Ralph Waldo Emerson Zitate?):

Ich darf Sie an Ihre Beiträge in https://www.schwaebische-post.de/1880164  erinnern und fragen, welchen "Herrn" sie in Ihrer Empörung/ Verzweifelung um Hilfe bitten. Mehr das Hirn einschalten, bevor Sie schreiben, würde auch Ihnen gut tun und verhindern, dass Sie in selbst aufgestellte Fallen schliddern. Ihre Ordensverleihungen, Wahlvorschläge zum Bundeskanzler oder für einen Nobelpreis, Festlegungen WER WAS und WIE schreiben darf, stören mich nicht! Abwehren muss ich jedoch, von Ihnen als (Corona-)Experte bezeichnet zu werden. Woher nehmen Sie (Leseschwäche?) die Urteilskraft und Kompetenz zu solchen Beurteilungen, die von mir doch sofort als Aprilscherz eingeordnet wurden. "Makabre Lustigkeit" durch Quellen namens Lessing, Rilke, Hesse, Schubart oder Enzensberger? Haben Sie die Bedeutung der Kultur (-schaffenden) für die Jetzt-Zeit (Kontaktverbote) und die kommenden Jahre auf Ihrem "Schirm"? Damit die religiöse Literatur auch erwähnt ist, hier meine Leseempfehlung aus der Herderbücherei/Texte zum Nachdenken 920:"Ich bin ein Weib - und obendrein kein gutes"(Teresa von Avila). Alles Gute für die Zukunft in einer sozialen Demokratie!

Lasttime

Frieder Kohler schrieb am 25.04.2020 um 21:55

Jammern oder Spott? Hier der Text zu "Einsam tret ich auf den Weg"...und der Frage "was erwart ich denn?" Statt eines Kommentars eine kleine Anmerkung von Altmeister J.W.von Goethe:"Es hört doch jeder nur, was er versteht!"

"Einsam tret ich auf den Weg, den leeren,
Der durch Nebel leise schimmernd bricht;
Seh die Leere still mit Gott verkehren
Und wie jeder Stern mit Sternen spricht.

Feierliches Wunder: hingeruhte
Erde in der Himmel Herrlichkeit…
Ach, warum ist mir so schwer zumute?
Was erwart ich denn? Was tut mir leid?

Nichts hab ich vom Leben zu verlangen
Und Vergangenes bereu ich nicht:
Freiheit soll und Friede mich umfangen
Im Vergessen, das der Schlaf verspricht.

Aber nicht der kalte Schlaf im Grabe.
Schlafen möcht ich so jahrhundertlang,
Dass ich alle Kräfte in mir habe
Und in ruhiger Brust des Atems Gang.

Dass mir Tag und Nacht die süße, kühne
Stimme sänge, die aus Liebe steigt,
Und ich wüsste, wie die immergrüne
Eiche flüstert, düster hergeneigt."

Hallo Herr Kohler,

danke fürs Mutmachen durch Ihre unbegreiflichen satirischen Ausführungen, die zum Thema für mich unverständlich sind und das ernste Thema durch Ihre markabre Lustigkeit in 1000facher Höhe der letzten sich aufbäumenden journalistischen "Angst-Satire" zugeordnet werden kann. Wow. Vielleicht wird es im nächsten Jahr einen speziellen "Corona-Literatur-Nobelpreis" geben. Bitte reichen Sie jetzt schon Ihre Literatur zur Conora-Krise dort ein! Sie haben große Chancen als Sieger hervorzugehen.

Auch mir fällt ein Spruch dazu ein, der ist nicht von Goethe. Er heißt:

"HERR, lass Gehirn regnen"

In my humble opinion

Frieder Kohler schrieb am 25.04.2020 um 21:55...

"Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's mit Zitaten nicht erjagen ..."

Nicht nur von Goethe.

Frieder Kohler

Jammern oder Spott? Hier der Text zu "Einsam tret ich auf den Weg"...und der Frage "was erwart ich denn?" Statt eines Kommentars eine kleine Anmerkung von Altmeister J.W.von Goethe:"Es hört doch jeder nur, was er versteht!"

"Einsam tret ich auf den Weg, den leeren,
Der durch Nebel leise schimmernd bricht;
Seh die Leere still mit Gott verkehren
Und wie jeder Stern mit Sternen spricht.

Feierliches Wunder: hingeruhte
Erde in der Himmel Herrlichkeit…
Ach, warum ist mir so schwer zumute?
Was erwart ich denn? Was tut mir leid?

Nichts hab ich vom Leben zu verlangen
Und Vergangenes bereu ich nicht:
Freiheit soll und Friede mich umfangen
Im Vergessen, das der Schlaf verspricht.

Aber nicht der kalte Schlaf im Grabe.
Schlafen möcht ich so jahrhundertlang,
Dass ich alle Kräfte in mir habe
Und in ruhiger Brust des Atems Gang.

Dass mir Tag und Nacht die süße, kühne
Stimme sänge, die aus Liebe steigt,
Und ich wüsste, wie die immergrüne
Eiche flüstert, düster hergeneigt."

In my humble opinion

Frieder Kohler schrieb am 22.04.2020 um 17:03...

Wollen Sie nun mitjammern oder mitspotten?

Oder einfach einen Kommentar abgeben?

Frieder Kohler

In my humble opinion schrieb am 21.04.2020 um 01:34

Ich denke, dass Sars-CoV-2 beim Lesen Ihres Beitrags tief beeindruckt sein und sich stante pede zurückziehen wird.

Äh, kann das Virus eigentlich deutsche Texte in lateinischen Buchstaben lesen, da es doch aus China kommt?

Sie erinnern sich:"Es gibt halt Sottige und Sottige, aber doch mehr Sottige als Sottige.

Und was 'hilfreich' ist, darüber können wir gerne diskutieren."

Als "Sottiger" empfehle ich (Text finden Sie) zur Entspannung ein Lied, das mir ein Experte für russisches Liedgut übermittelte. Er möchte nur Freude bereiten mit  http://opablog.net/2020/04/18/schoene-lieder-taenze-74-einsam-gehe-ich-die-strasse-entlang/

In my humble opinion

Ich denke, dass Sars-CoV-2 beim Lesen Ihres Beitrags tief beeindruckt sein und sich stante pede zurückziehen wird.

Äh, kann das Virus eigentlich deutsche Texte in lateinischen Buchstaben lesen, da es doch aus China kommt?

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