Gegen das Corona-Datenverbot

Aalen. Der christdemokratische Nachwuchs auf der Ostalb (JU) kritisiert das Verbot des baden-württembergischen Sozial- und Integrationsministeriums, Corona-Daten an Polizei und Feuerwehr weiterzugeben. „Datenschutz ist für mich ein hohes Gut, aber uns muss auch bewusst sein, dass wir es gerade mit einer absoluten Ausnahmesituation zu tun haben“, sagt JU-Kreisvorsitzender Felix Schneider. Polizisten und Rettungskräfte haben in Zeiten der Pandemie ein Recht auf den bestmöglichen Schutz, deshalb sollten zumindest die Einsatzleitungen über Corona-Infizierte informiert werden, wie Schneider sagt. Nach dem Ende der Krise müsse eine Löschung der Daten erfolgen.

Kritik äußert auch der stellvertretende JU-Kreisvorsitzende und Medizinstudent Jonas Kaufmann. „Wir erleben gerade, dass uns Intensivbetten, Beatmungsgeräte, aber auch ganz grundlegende Dinge wie Schutzkleidung oder Gesichtsmasken für Ärzte und Pflegepersonal fehlen. Anstatt dieses Problem anzugehen, will der Sozialminister Lucha lieber eine Grundsatzdebatte zum Thema Datenschutz führen“, sagt Kaufmann.

© Schwäbische Post 20.04.2020 19:46
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Kommentare

Rolf Voigt

Jetzt aber mal stopp. Grund für die „Notlösung“ der illegalen Datenweitergabe, damit Einsatzkräfte sich vermeintlich gegenüber Infizierten schützen können, ist die Tatsache, dass offenbar der zuständige Innenminister es versäumt hat, genügend Schutzkleidung für seine Mitarbeiter vorzuhalten. Wo bleibt die Kritik der JU an dessen Versäumnissen? Und inzwischen scheint doch bekannt zu sein, dass nur wenige Menschen positiv getestet sind, aber viele trotzdem infiziert sind. Also müssen die Einsatzkräfte bei jedem Einsatz davon ausgehen es mit infizierten Menschen zu tun zu haben und sich zu schützen. Die Aktion mit der Weitergabe der personalisierten Daten der positiv Getesteten Menschen ist daher völlig wirkungslos und überflüssig. Aktionismus ohne Effekt.

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