Maskenpflicht „lächerlich“

Ärztepräsident Montgomery weist auf mögliche Gefahren bei falscher Handhabung hin.
Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery kritisiert die in der Corona-Krise geplante bundesweite Maskenpflicht. „Wer eine Maske trägt, wähnt sich sicher, er vergisst den allein entscheidenden Mindestabstand“, sagte Montgomery der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Bei unsachgemäßem Gebrauch könnten Masken gefährlich werden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte riet davon ab, jüngere Kinder zum Tragen von Masken zu verpflichten.

Montgomery erläuterte, dass sich im Stoff ein Virus konzentriere. Beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut, schneller könne man sich kaum infizieren. Eine gesetzliche Maskenpflicht könne es nur für echte Schutzmasken geben, eine Pflicht für Schals oder Tücher sei „lächerlich“. Zugleich verwies er darauf, dass man derzeit noch alle „echt wirksamen Masken“ für das medizinische Personal, Pflegende und Gefährdete brauche.

Bund und Länder hatten vereinbart, im Zuge der Lockerungen von Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung das Tragen so genannter Alltagsmasken in Einzelhandelsgeschäften und in Bussen und Bahnen im Nahverkehr zu empfehlen, aber nicht vorzuschreiben. Bei der Umsetzung der Beschlüsse in den einzelnen Bundesländern steht seit Mittwoch fest, dass eine Mund-Nasen-Bedeckung bundesweit zur Pflicht wird, Start und Details in den Regelungen differieren. epd
© Südwest Presse 24.04.2020 07:45
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Kommentare

In my humble opinion

Sehr geehrter Herr Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery,

sicher haben Sie recht, wenn Sie auf Unzulänglichkeiten bei Schals und Tüchern als Ersatz für 'richtige' Atemschutzmasken hinweisen, sicher werden einige in Unwissenheit oder Nachlässigkeit die Masken falsch 'bedienen' - aber wo waren Sie eigentlich, als das Papier 2012 oder so vor den Gefahren einer Pandemie durch eine Virenerkrankung warnte?

Warum haben Sie nicht damals bis neulich mit Nachdruck ( "Hochdruck" ) darauf bestanden, dass der Bund für Krankenhäuser, Praxen und sonstige Versorger einen ausreichenden Notvorrat an Masken, Kleidung und Desinfektionsmittel 'hamstert'?

Jetzt zu jammern und auf die Unzulänglichkeit hinzuweisen ist vertan.

Und was ich dem Artikel nicht entnehmen konnte, was schlagen Sie eigentlich außer "Abstand halten" vor, wie wir der Ausbreitung des Virus Herr werden können, bevor ein Impfstoff ausreichend in Qualität und Quantität zur Verfügung steht?

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