Kretschmann und Söder gegen weitere Lockerungen

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hält die Wiedereröffnung in einigen Bundesländern für zu forsch. Autoländer planen Gespräch über Förderung.
  • Medienandrang mit Abstand: Die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (2.v.r.) und Markus Söder (r.) bei ihrem Treffen in Ulm, begleitet von Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (3.v.r.). Foto: Matthias Kessler
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat erneut vor einer zu schnellen Lockerung der Corona-Regeln gewarnt. „Wenn wir jetzt zu sorglos handeln, wird sich das bitter rächen“, sagte Kretschmann in Ulm bei einer Pressekonferenz mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Die Restriktionen seien auch im Interesse der Wirtschaft, weil eine zweite Welle der Pandemie erst recht zu Schäden in den Unternehmen führen würde.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte in Berlin einzelne Bundesländer für voreilige Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise scharf. Die Umsetzung der Öffnungsbeschlüsse der vergangenen Woche wirke auf sie „in Teilen sehr forsch, um nicht zu sagen zu forsch“, sagte sie. Welche Länder sie meinte, sagte die Kanzlerin nicht. Nordrhein-Westfalen war kürzlich vorgesprescht und hatte Möbelhäuser wieder geöffnet, NRW und Sachsen bestellten außerdem ihre Schüler als erste wieder ein.

Bayerns Ministerpräsident Söder betonte, es wäre ein Fehler, jetzt den Vorsprung zu verspielen, den sich Deutschland im Kampf gegen die Krankheit erarbeitet habe. In Deutschland wurden bis Donnerstagnachmittag mehr als 149 200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert, 2400 mehr als am Vortag. Mindestens 5179 Infizierte sind bundesweit gestorben. Bei ihrem Treffen in Ulm kündigten Kretschmann und Söder für nächste Woche eine Videokonferenz der „Autoländer“ Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen an, in der über Prämienmodelle beim Autokauf nachgedacht werden solle. Der Sektor sei stark betroffen. Selbst wenn man alles wieder lockere, könne der Automobilsektor nicht so funktionieren wie vorher, da etwa Zulieferketten wie in Italien nicht funktionierten und Märkte wie die USA nicht geöffnet seien. dpa

Kommentar und Südwestumschau
© Südwest Presse 24.04.2020 07:45
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