Mit Hammer und Bohrer

  • Klettern ist ein guter Ausgleichssport – zur Not auch zu Hause statt in der Reha-Praxis. Foto: Volkmar Könneke
An dieser Stelle sollten Eltern Quarantäne-geplagter Teenager vielleicht nur kurz verweilen – es sei denn, sie sind so drauf wie jene der 15-jährigen Erin Sloan aus Winsford in England. Denn Erin, die leidenschaftlich gerne klettert, ging das Eingesperrtsein dermaßen auf den Wecker, dass sie kurzerhand ihr Zimmer in eine Kletterhalle verwandelte. Zugegeben, es war nur eine Wand. Aber auch dafür musste gebohrt, gesägt, gehämmert werden. „Ich hab' meine Tür geschlossen, meine Musik angestellt und fing an“, sagte Erin.

Was hätte sie auch tun sollen? Das Boulder Centre in der Nähe war ihr eigentliches Zuhause geworden und wegen dieser blöden Corona-Sache geschlossen. Den Vater informierte Erin telefonisch über die Umbauarbeiten, schickte auch Bilder. Und was soll man sagen? Väter sind gerne stolz auf ihre Töchter. Und so war es hier auch. Toll gemacht, meine Liebe! Auch die Mutter war nicht weniger stolz und äußerte sich anerkennend über die bisher nicht bekannten handwerklichen Fähigkeiten von Erin.

Nur der Hund, ein neunjähriger Labrador, ein altes Gewohnheitstier, sah die Wand und fühlte sich im falschen Haus. Das wird sich geben, wir sind da zuversichtlich. Wenn Ihre Kinder also demnächst Ihr Zuhause mit Hammer und Bohrer verändern, muss das nichts Schlimmes bedeuten. Es könnte sogar Schlimmeres verhindern. Ein gutes Nervenkostüm wäre vielleicht nicht schlecht. Günther Marx
© Südwest Presse 24.04.2020 07:45
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