Am 4. Mai öffnen die Schulen wieder

Beginn mit 330 000 Schülern

Eisenmann: Kein Schüler muss das Schuljahr wiederholen – außer er besteht die Abschlussprüfung nicht.
  • Kultusministerin Eisenmann nennt Details zur Schulöffnung. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Trotz Corona-Ausnahmesituation: Auch dieses Jahr können Schüler bei Abschlussprüfungen durchfallen und müssten in diesem Fall das Schuljahr wiederholen. Das hat die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstagnachmittag bei einer öffentlichen Sitzung des Landtags-Bildungsausschusses klargestellt. „Durch die Prüfung kann ich fallen, das ist klar“, sagte sie während der im Internet übertragenen Sitzung.

Diese Frage war bisher, wie viele weitere Details, unklar. Eisenmann hatte kürzlich verfügt, dass kein Schüler dieses Jahr gegen seinen erklärten Willen „sitzenbleibt“ und nicht versetzt wird. Dies gelte aber für Abschlussprüflinge nicht.

„Wer in die Prüfung geht, muss die Prüfungsleistungen erbringen. Sonst ist er durchgefallen“, sagte Eisenmann. Sie betonte aber ihre bereits mehrfach öffentlich getätigte Aussage, dass Schulen und Lehrer Rücksicht auf die besondere Situation nehmen sollten: „Ich gehe nicht davon aus, dass das die schwersten aller Prüfungen werden.“

Die Ministerin berichtete den Abgeordneten darüber hinaus von Einzelheiten der ersten geplanten Schulöffnungen. Im ersten Schritt soll, wie berichtet, von Montag, 4. Mai, an für all jene Schüler allgemeinbildender und beruflicher Schulen, die dieses oder kommendes Schuljahr Abschlussprüfungen ablegen, wieder ein Präsenz-Unterricht beginnen. Ausgenommen sind Achtklässler verschiedener Schularten, die den Hauptschulabschluss im Sommer 2021 anstreben.

Das habe Kapazitätsgründe, sagte Eisenmann. Sie rechne in diesem ersten Schritt mit rund 330 000 Schülern. Die genaue Zahl ist unklar, da Jugendliche, die erklären, zu einer Corona-Risikogruppe zu gehören oder mit Menschen aus Risikogruppen in einem Haushalt zu leben, von der Anwesenheitspflicht befreit sind. Wie viele davon Gebrauch machen, ist offen.

Einbestellen möglich

Eisenmann kündigte zudem an, dass noch für eine weitere Schülerkohorte Präsenzunterricht möglich sei: Lehrer hätten die Möglichkeit, einzelne Schüler oder Kleingruppen verpflichtend einzubestellen, die bisher für Fernunterricht nicht oder schwer erreichbar seien und bei denen die Gefahr bestehe, dass sie inhaltlich stark abgehängt würden.

Es gebe einen ordentlichen Teil an Schülern, die man weder digital noch analog erreiche. „Da gibt es zum Teil noch nicht mal ein Handy“, sagte die Kultusministerin. Lehrer könnten Schüler, die sich schwer tun mit dem selbstständigen Lernen, vom 4. Mai an in die Schule bestellen. Die Entscheidung treffe jede Lehrkraft selbst, gegebenenfalls auch in Abstimmung mit dem Jugendamt.

Axel Habermehl
© Südwest Presse 24.04.2020 07:45
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