Experte warnt vor Pleitewelle

Corona-Krise beschleunigt in vielen Branchen das Sterben bereits angeschlagener Unternehmen.
Insolvenzverwalter Lucas Flöther erwartet eine Flut von Pleiten aufgrund der Corona-Krise. Offen sei nur, ob sie im Herbst oder erst 2021 kommt: „Die Bugwelle baut sich gerade auf.“ Karstadt Kaufhof, die Restaurantketten Vapiano und Maredo, das Modeunternehmen Hallhuber und die Stadthalle Bonn-Bad Godesberg waren im April erste prominente Opfer. Im Tourismus und in der Luftfahrtbranche seien nicht nur die Einnahmen komplett weggebrochen – ihre Welt werde auch nach der Krise anders sein: „Ich glaube nicht, dass man noch für 23 EUR nach Mallorca fliegt. Keiner fliegt mehr für ein zweistündiges Meeting von Berlin nach Frankfurt“, sagte der Sprecher des „Gravenbrucher Kreises“ der führenden Insolvenzverwalter. Unter den Autozulieferern habe es wegen der E-Mobilität schon vor der Corona-Krise „Zombies“ gegeben. Im Einzelhandel hätten die Ladenschließungen „die Amazonisierung mit einem Turbo versehen“. Auch Gastgewerbe, Messebetreiber, Kinos und die Kulturbranche dürften stark von Insolvenzen betroffen sein.

Laut Gesetz muss jeder Unternehmer bei drohender Zahlungsunfähigkeit sofort beim Amtsgericht Insolvenz anmelden. Die Bundesregierung hat die Antragspflicht jedoch für viele Unternehmen bis Ende September ausgesetzt. dpa
© Südwest Presse 24.04.2020 07:45
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