Kommentar Roland Muschel zur Rolle des Landes bei den Expo-Plänen

Blamage und Belastung

  • Foto: Hörger Marc
Als ambitioniertes Prestigeprojekt „aus der Wirtschaft für die Wirtschaft“ mit großspurigen Ankündigungen gestartet, droht der geplante Baden-Württemberg-Pavillon für die nächste Weltausstellung zu einer Belastung für die Steuerzahler zu werden. Die Corona-Krise verschärft die Lage zwar dramatisch – reichlich verfahren war sie aber schon vorher.

Die Initiatoren aus den Reihen der Wirtschaft haben sich mit dem Millionen-Projekt offenkundig übernommen, die eingeplanten Sponsorenbeiträge erwiesen sich größtenteils als Wunschdenken. Fehleinschätzungen gehören zum unternehmerischen Risiko in einer Marktwirtschaft, zum Ärgernis werden sie, wenn die Allgemeinheit dafür geradestehen soll. Dass sich das Land nun unverhofft in der Rolle des Vertragspartners der Expo-Macher in Dubai und damit in Haftung für das Projekt wiederfindet, liegt in der Verantwortung des Hauses von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Die konkreten Umstände und Hintergründe müssen jetzt transparent aufgearbeitet werden. Peinlich ist der Vorgang allemal, für die Ministerin und für die Initiatoren aus der Wirtschaft.
© Südwest Presse 30.04.2020 07:45
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