Ich rieche, also bin ich

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Corona ändert alles – und selbst unsere allerliebsten Gewohnheiten sind plötzlich von Verboten umzingelt: Karneval, Schlussverkauf, Stadion. Aber auch kleine Gesten sind plötzlich tabu: die Hand zur Begrüßung zu geben oder sich ins Gesicht zu fassen. Wie schwer es fällt, das Gefummel an der eigenen Visage zu unterlassen, weiß inzwischen jeder, der versucht, zumindest mal eine halbe Stunde ohne Augen reiben oder Nase kratzen auszukommen.

Immerhin aber ist die Schuldfrage nun weitgehend geklärt: Offenbar sind es mal wieder die Gene. Wissenschaftler kommen in einer Studie zu der These: Sich selbst zu berühren heißt eigentlich, sich selbst zu beschnüffeln. Eine Aussage, die uns Menschen wieder einmal in erschütternde Nähe zu anderen Säugetieren rückt, andererseits seit Amtsübernahme durch Fußball-Bundestrainer Joachim Löw auch nicht wirklich überraschend ist.

Doch kehren wir in höhere Gefilde zurück: Der durchschnittliche Orang-Utan fasst sich binnen 20 Minuten rund 12,12 Mal ins Gesicht, der durchschnittliche Mensch 13,33 Mal, so eine der Erkenntnisse. Dass unklar blieb, ob Mensch und Orang-Utan vor Beginn der Studie über deren Sinn und Zweck aufgeklärt wurden – geschenkt. Gemeinsam ist beiden der offenbar beruhigende Effekt des auf diese Weise eingesaugten Geruchs der Finger. Wetten, Sie schlagen sich nun – tief erschüttert – die Hände vors Gesicht?

Ellen Hasenkamp
© Südwest Presse 30.04.2020 07:45
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