Coronavirus Deutschland

Hoffen auf Sommerurlaub trotz Corona

Baden im Meer, Wandern in den Bergen – Experten haben die Feriensaison noch nicht abgeschrieben. Selbst Reisen ins Ausland könnten noch eine Option werden.
  • Ob deutsche Gäste im Sommer Urlaub im Ausland machen können, bleibtoffen. Montage Bock / Foto: ©Christina Fink / shutterstock.com Foto: Montage Bock / ©Christina Fink / shutterstock.com
Viele Deutsche wollen nach dem Osterurlaub nicht auch noch auf den Pfingst- oder Sommerurlaub verzichten. Laut einer Umfrage des Buchungsportals Holiday-Check halten 40 Prozent der Bundesbürger trotz der Corona-Pandemie an ihren Ferienplänen fest. Klar ist: Urlaub, wie man ihn bisher kannte, wird in diesem Jahr nicht möglich sein. Aber inzwischen gibt es erste Hinweise darauf, dass zumindest im Sommer das Reisen in bestimmte Länder doch möglich sein könnte – vorausgesetzt, die gerade verlängerte weltweite Reisewarnung für Deutsche wird noch rechtzeitig aufgehoben oder zumindest erheblich abgemildert. Welche Urlaubsträume realistisch sind und welche eher nicht – neun Fragen und Antworten.

1Wo ist Sommerurlaub am ehesten möglich? Zunächst einmal: in Deutschland. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern drängen Hoteliers, Ferienhausvermieter und Campingplatzbetreiber die Landesregierung dazu, möglichst bald den Tourismus wieder zuzulassen. „Man braucht immer einen Mutigen, der vorangeht. Das könnte Mecklenburg-Vorpommern sein“, sagt Christian Günther, Geschäftsführer des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Deutschland, dieser Zeitung.

2 Wie ist es mit Pfingsturlaub im Ausland? Das wird schwierig. Zum einen wegen der weiter bestehenden weltweiten Reisewarnung. Zum andern, weil die Grenzen zu beliebten Urlaubsländern wie Österreich – noch – dicht sind.

3 Kann ich Urlaub an Nord- oder Ostsee machen? Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will am Dienstag über die mögliche Öffnung von Hotels und Gaststätten entscheiden. Die Tourismusbranche drückt aufs Tempo, weil der Fremdenverkehr in dem Land eine besonders große Rolle spielt. In Schleswig-Holstein mit seinen Küsten an Nord- und Ostsee steht man ebenfalls in den Startlöchern. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), gibt sich optimistisch, dass Sommerurlaub an den deutschen Stränden möglich sein wird. Er warnt aber auch: „Handtuch an Handtuch am Nordseestrand wird es dieses Jahr nicht geben.“ Stattdessen seien „Sicherheitsabstände, regelmäßige Desinfektion und Tests für das Personal“ Pflicht.

4 Auch Bayern ist ein beliebtes Ferienziel. Wie sieht es da aus? Die bayerische Staatsregierung hält sich bedeckt. Man sei in der Krise bei allem etwa zwei Wochen später dran als Österreich, betont Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Würde bedeuten: Hotelübernachtungen wären ab Mitte Juni möglich. Für Bayern wie für viele andere Regionen in Deutschland prophezeit Michael Faber, Reisebüroinhaber und Unternehmensberater in Kastellaun (Rheinland-Pfalz) ein langsames Hochfahren ab Ende Mai/Anfang Juni. „Es wird mit Tagestouren beginnen, dann kommen einzelne Hotelübernachtungen und erst dann längere Reisen“, sagt er.

5 Können Camper als Erste loslegen? Dauercamper dürfen in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Teilen Thüringens bereits jetzt ihre Unterkünfte wieder nutzen. Verbandsgeschäftsführer Günther geht davon aus, dass Besitzer von Wohnwagen und Wohnmobilen wohl die nächsten sein werden – wenn sie Toilette, Dusche und Kochgelegenheit an Bord haben. „Denn die Sanitärgebäude werden in der ersten Phase sicher noch abgesperrt bleiben“, betont er. „Ab Anfang/Mitte Mai“ könne unter solchen Voraussetzungen das Campen auf den ersten Plätzen möglicherweise erlaubt werden.

6 Wie realistisch ist Sommerurlaub im Ausland? Das hängt von zwei Dingen ab: vom Ende der weltweiten Reisewarnung, die das Auswärtige Amt ausgesprochen hat, und von der Bereitschaft in den Reiseländern, Deutsche zu empfangen. Bei letzterem Punkt gerät derzeit einiges in Bewegung. „Wir haben Signale aus mehreren Ländern erhalten, die ihre Sommersaison retten wollen“, heißt es bei Deutschlands größtem Reiseveranstalter Tui.

Mit Österreich sollen laut Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes, möglichst schnell zwischenstaatliche Verhandlungen geführt werden, um die Reisebeschränkungen gegenseitig wieder aufzuheben.
© Südwest Presse 30.04.2020 07:45
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