Kommentar Sebastian Schmid zum Modus des Basketball-Turniers

Liga hat der Mut gefehlt

  • Sebastian Schmid Sport Autorenfoto Südwest Presse Redaktion SWP Foto: Sportredakteur Sebastian Schmid. Volkmar Könneke
Normalerweise spielen im März die Sport-Fans in Amerika verrückt. Dann steht im College-Basketball das Turnier um die nationale Meisterschaft an, eine Zeit, die als „March Madness“ bekannt ist. Der Name beruht auch darauf, dass im Turnier alles möglich ist, da nur ein Spiel über das Weiterkommen entscheidet. Eine Besonderheit in den USA, wo in den großen Ligen die Entscheidung in Playoff-Runden fällt.

Die Basketball-Bundesliga hat sich für die Fortsetzung des Spielbetriebs auch etwas Besonderes einfallen lassen: Ein Turnier mit zehn Mannschaften, mit Vorrunde und K.o.-System. Leider hat die Liga beim Modus dann der Mut verlassen. Ab dem Viertelfinale finden Hin- und Rückspiele statt, die Ergebnisse beider Spiele werden addiert. Die Variante, die von allen die langweiligste ist, da am ehesten vorhersehbar.

In einem einzigen Spiel sind die großen Favoriten München und Berlin schlagbar, wie sich im Pokal gezeigt hat, als die Bayern an Bonn gescheitert sind. Und in einer Playoff-Runde ist es egal, wie hoch ein Team verliert oder gewinnt, es zählt nur das Ergebnis. Die Addition aus Hin- und Rückspiel lässt hingegen die wenigsten Überraschungen erwarten, zumal es bei Geisterspielen an einem Ort auch keinen Heimvorteil samt Emotionen gibt. Statt für Spannung zu sorgen, wurden die starken Teams durch den Modus weiter gestärkt – und eine einmalige Chance vertan.
© Südwest Presse 09.05.2020 07:45
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