Kommentar Peter DeThier zur Arbeitslosigkeit in den USA

Weitere Hilfe ist nötig

  • Peter DeThier Foto: privat
Als Folge des Coronavirus vergeht in den USA seit Mitte März kaum ein Tag ohne verheerende Meldungen vom Arbeitsmarkt. Nun erreichte die Arbeitslosenquote im April bei mehr als 20 Millionen Jobverlusten mit 14,7 Prozent den höchsten Stand seit den 30er-Jahren. Beunruhigend ist vor allem, dass für den Aderlass kein Ende in Sicht ist. Konjunkturprogramme in Billionenhöhe haben kaum Wirkung gezeigt. Ein Sonderprogramm, welches Massenentlassungen bei Klein- und Mittelbetrieben verhindern sollte, war ineffizient und wurde missbraucht.

Auch bestehen hartnäckige Zweifel daran, wie viele der Erwerbslosen wieder eine Beschäftigung finden werden. Das gilt insbesondere für das Gast- und Freizeitgewerbe. Ähnliches trifft im Einzelhandel zu, wo die Pandemie die Verlagerung vom Ladenverkauf zum Onlinehandel weiter beschleunigt hat. Es ist blanker Unsinn, wenn Präsident Donald Trump behauptet, die „Jobs werden alle zurückkommen, und zwar sehr bald“.

Möglichst schnell sollten jedenfalls weitere Hilfspakete verabschiedet werden, und viele Experten meinen, dass die deutsche Kurzarbeit als Modell für weitere Programme dienen könnte. So oder so müssen neue Maßnahmen unter strenger Aufsicht so eingesetzt werden, dass sie Arbeitgeber ermuntern, auf Entlassungen zu verzichten und wieder Mitarbeiter einzustellen.
© Südwest Presse 09.05.2020 07:45
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