Börsenparkett

Starke Schwankungen

Der Mai und die Zeit bis Ende Oktober gelten als schwächste Phase am Aktienmarkt. Die abgelaufene Woche hat dies bestätigt. Der Dax hat zeitweise mehr als 700 Zähler auf 10.180 Punkte verloren, bevor es am Freitag wieder auf rund 10.500 nach oben ging. „Enttäuschende Gewinnzahlen und nebulöse Ausblicke im Rahmen der Berichtssaison sind fundamentale Handicaps für die Börsen“, sagt Robert Halver von der Baader Bank. Auch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der den Handelsstreit mit China anheizt und die Auswirkungen der Pandemie herunterspielt, sorgen für Verunsicherung. „Kursrücksetzer sind damit einzukalkulieren. Dramatische Einbrüche sind dagegen nicht zu erwarten“.

Die Schätzungen der Statistiker für die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal bestätigen die fragile Lage. „Die schnelle Rückkehr zum Status vor der Pandemie ist bis auf Weiteres nicht in Sicht“, heißt es bei der Landesbank Hessen-Thüringen. Waren Händler und Anleger an der Börse zu forsch? „Aktien hatten zuletzt viel Positives vorweggenommen“, stellen die Börsenbeobachter aus Frankfurt fest. Und warnen, dass der Dax bis Ende Juni auf 9.500 Zähler abrutschen könnte.

„Verängstigte Konsumenten und vorsichtige Unternehmen können die wirtschaftliche Erholung sehr zäh gestalten“, warnt Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der DekaBank. „Die Lage bleibt angespannt“, glaubt Christian Kahler von der DZ Bank. Er erwartet in nächster Zeit stärkere Kursschwankungen. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 18.05.2020 07:45
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