Müllsparer werden bestraft

Zum Thema Müllsparsäcke:

Der Ostalbkreis hebt die Gebühren für Müllsparsäcke ab dem kommenden Jahr deutlich an. Mit der Begründung, dass man Wildablagerung vermeiden wolle. Doch vermeidet man diese damit wirklich? Ich glaube nicht, denn wer bislang seinen Müll wild entsorgte, wird sich auch weiterhin wenig um die Ordnung scheren. Was die Änderung aber wirklich bedeutet: erhöhte Einnahmen und gleichzeitig die Bestrafung des Müllsparers. Das vordringliche Ziel sollte eigentlich sein, Müll gar nicht erst zu produzieren. Diese Anreize werden nun genommen. Mit der Berechnung der Mindestanzahl an Leerungen fordert man die Bevölkerung sogar noch dazu auf, schön viel Abfall zu erzeugen, damit es sich auch lohnt, die Mülltonne an die Straße zu stellen. Sicherlich ist eine Zwangsabnahme der 60-Liter-Tonne für einen Acht-Personen-Haushalt noch halbwegs nachvollziehbar, doch als Zwei- oder Drei-Personenhaushalt kann man mit sauberer Mülltrennung locker mit den Müllsparsäcken (...) zurechtkommen.

© Schwäbische Post 18.05.2020 20:32
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Kommentare

In my humble opinion

Sehen Sie es doch einfach mal so:

Bei einem Pkw zahlen Sie die Kfz-Steuer, eine Flatrate quasi als staatliche Erlaubnisgebühr, einen Pkw halten zu dürfen, und dazu die Mineralölsteuer ( die so nicht mehr heißt ) samt deren Mehrwertsteuer, wenn Sie den Pkw benutzen.

 Bei der GEZ ( die so auch nicht mehr heißt ), zahlen Sie ja auch den 'Rundfunkbeitrag' für die Möglichkeit, öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen empfangen zu können, die Nutzung selber ist dann kostenlos, bei den 'Privaten' zahlen Sie nur die Nutzung mit niedrigerer Auflösung und der Unterbrechung durch Werbung, andernfalls brauchen Sie auch dort ein separates Abo als Flatrate.

Bei den Mülltonnen ist das ähnlich, einmal die groß-GOA-liche Müllbehälterhaltungserlaubnisgebühr als Flatrate und dazu die Leerungsgebühr, wenn Sie den Müllbehälter benutzen.

Die Pflichtabnahme von 9 Drecksäcken pro Jahr entspricht nun einfach der Flatrate der groß-GOA-lichen Müllbehälterhaltungserlaubnisgebühr, wobei Sie da sogar gegenüber den Müllbehältern den Vorteil haben, dass die ersten 9 Leerungen quasi kostenlos sind. Wenn Sie die schwarzen Drecksäcke nicht alle brauchen, können Sie diese ja verschenken oder im gelben Sack entsorgen, aber letzteres ist möglicherweise sogar verboten.

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