Müffelnde Wertanlage

  • Ein Paar ausgelatschte Turnschuhe von Michael Jordan haben bei einer Auktion in New York einen Rekordpreis erzielt. Foto: -/Sotheby's/dpa
Es wird auf immer ein Geheimnis bleiben, was an müffeligen alten Schuhen oder durchgeschwitzten T-Shirts irgendwelcher Stars so faszinierend sein soll, dass man dafür bereit ist, Hunderttausende Dollar auszugeben. Jetzt hat ein Sammler bei einer Sotheby's-Versteigerung mehr als eine halbe Million für ein Paar getragene 1985er-Turnschuhe von US-Basketball-Legende Michael Jordan berappt.

Ohne Frage handelt es sich um ganz besondere Exemplare. Denn sie gehören zur Linie „Nike Jordan 1S“, die zudem für den 1,98-Meter-Mann maßgefertigt wurden. Der rechte Schuh ist etwas größer als der linke. Und immerhin – in ihnen steckten einst die Füße eines der größten Basketball-Stars aller Zeiten. Mehr haben sie allerdings nicht geleistet.

Sammler sehen darin wohl vor allem eine Wertanlage jenseits der Öffentlichkeit. Und selbst wenn die Treter einst als Ausstellungsstücke in ein Museum wandern sollten – was könnte die Menschheit aus ihnen für Nutzen ziehen außer ehrfürchtig ihren Duft einzusaugen?

Von manch berühmtem Menschen ist immerhin das Gehirn nach dem Tod analysiert worden, von Einstein oder Lenin etwa. Darüber, dass Michael Jordan seine Füße dereinst der Forschung verehren will, ist bislang hingegen nichts bekannt. Für Sammler wäre das ohnehin riskant. Über die Preisentwicklung eingelegter Füße ist im Gegensatz zu Turnschuhen einfach zu wenig bekannt. Stefan Kegel
© Südwest Presse 19.05.2020 07:45
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